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Abendstern:
Als Abendstern wird der Planet Venus bezeichnet, wenn er am Abend nach Sonnenuntergang in westlichen Richtungen zu sehen ist. Die Venus steht dann östlich von der Sonne und geht nach ihr unter. Die Venus erscheint uns als ein sehr auffälliger, weißer Stern, der alle anderen an Helligkeit bei weiten übertrifft. Siehe auch Morgenstern.
Aberration:
Scheinbare Verschiebung eines Sterns von seiner tatsächlichen Position am Himmel, bedingt durch die endliche Geschwindigkeit des Lichts (299792,5km/s). Durch die Bahnbewegung der Erde um die Sonne scheint das Licht der Sterne unter "einem bestimmten Winkel" einzutreffen. Die scheinbare Position der Sterne kann bis zu 20",5 abweichen.
Aberration stellare
Als stellare Aberration bezeichnet man den Unterschied zwischen der Richtung eines Lichtstrahls für einen relativ zur Sonne ruhenden und einen sich mit der Erde bewegenden Beobachter.
Ablationskühlung
Beim Eintritt eines Raumschiffs in eine Planetenatmosphäre treten durch die Reibung gewaltige Hitzebelastungen auf. Die häufigste Form eines Hitzeschilds ist eine langsam abdampfende Schicht. Diese Schicht muß, um effektiv zu sein, eine hohe spezifische Verdampfungswärme, einen hoher Schmelzpunkt und geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Das verdampfende Material erzeugt eine dünne Gasschicht zwischen dem Raumfahrzeug und der Atmosphäre. Diese Gasschicht verhindert einen zu großer Wärmefluß auf das Raumfahrzeug.
Abplattung
Die Abplattung ist definiert als:
f = (Äquatordurchmesser - Poldurchmesser)/Äquatordurchmesser. Eine sich drehende, nicht starre Kugel versucht eine Form anzunehmen, bei der nur Kräfte senkrecht und nicht parallel zu ihrer Oberfläche wirken. Nur dann fließt kein Material entlang der Oberfläche. Für einen Planeten heißt das, daß die Summe von Schwerkraft und Fliehkraft an jedem Punkt senkrecht (lotrecht) zur Oberfläche wirken muß. Die Form, die diese Bedingung erfüllt, ist ein sogenanntes Rotationsellipsoid mit der Exzentrität sqrt(2*f - f*f).
absolute Helligkeit:
(Abk. M) Maß für die Gesamtenergie, die ein Stern pro Zeiteinheit aussendet. Sie ist definiert als die scheinbare Helligkeit, die ein Stern in einer Entfernung von 10 Parsec oder 32,6 Lichtjahren haben würde. Es gilt:
M=m+5-5·log(r), wobei m = scheinbare Helligkeit, r = Entfernung des Sterns in Parsec.
Beispiel: Die absolute Helligkeit der Sonne ist: +4.8M.
Gelegentlich wird die absolute Helligkeit auch auf Körper des Sonnensystems (Asteroiden, Kometen, Meteore) angwandt. Hier ist die Bezugsentfenung 1AE und bei Meteore 100km (Höhe im Zenit).
Absorption
Der Raum ist nicht, wie früher vermutet, vollkommen leer. Zwischen Planeten und Sternen verstreut existiert Materie; dadurch wird Licht entfernter Objekte absorbiert und "gerötet". Dieser Effekt ist bei allen Untersuchungen an entfernten Objekten zu berücksichtigen.
Absorptionsspektrum:
Ein Spektrum von dunklen Linien vor einem hellen kontinuierlichen Hintergrund. Die Sonne hat ein solches Absorptionsspektrum: Der helle Hintergrund (das kontinuierliche Spektrum) resultiert aus der hellen Sonnenoberfläche (Photosphäre), wahrend die dunklen Absorptionslinien durch die Sonnenatmosphäre entstehen, wo Atome bestimmte charakteristische Wellenlangen aus dem kontinuierlichen Spektrum der Photosphäre absorbieren.
Aerolit:
Ein Meteorit, der eine Zusammensetzung wie Stein hat.
Aeropause:
Bereich in der Atmosphäre, in dem die Luftdichte so gering ist, daß eine praktische Nutzung vernachlässigt werden kann. Die Aeropause hat keine festen Grenzen und ist lediglich die Übergangszone zwischen Atmosphäre und Weltraum.
Airglow:
Nachthimmelsleuchten. Bezeichnung für eine ständig vorhandene, sehr schwache Aufhellung des Nachthimmels, die durch verschiedene Prozesse in den oberen Atmosphärenschichten verursacht wird.
Akkretion:
Bezeichnung für einen Prozeß, durch den ein kosmisches Objekt Materie aus seiner Umgebung aufsammelt und seine Masse vergrößert. Zusammenstöße beispielsweise sind etwas Alltägliches im Weltall. Ihr Resultat hängt im wesentlichen von der Energie der beteiligten Körper ab. Ist diese groß, so erfolgt eine Fragmentation, wobei die kollidierenden Körper in eine Anzahl kleinerer Teile zerbrechen. Dabei sind Anzahl und Massen dieser Teile abhängig von Dichte, Zusammensetzung und Festigkeit, Aggregatzustand (d.h. ob gasförmig, flüssig oder fest), der Masse der kollidierenden Körper und der Geometrie des Zusammenstoßes. Ist dagegen die Energie klein, kommt es zur Akkretion, und die beiden Teile "kleben" aneinander. Gewöhnlich treten beide Prozesse gleichzeitig auf, wobei jedoch einer leicht dominiert.
Akkretionsscheibe
Ein Körper (z.B. ein weißer Zwerg oder Neutronenstern) zieht aus seiner Umgebung (meist von einer zweite Sonne) Materie an. Diese kann aber wegen der Drehimpulserhaltung nicht direkt auf ihn stürzen. Das angezogene Gas bildet zunächst eine Art Ring, eben die Akkretionsscheibe, bevor das Gas wegen Reibung in der Akkretionsscheibe schließlich die Oberfläche des Materie anziehenden Körpers erreicht.
Albedo:
Maß für das Reflexionsvermögen eines Planeten oder eines anderen, nicht selbstleuchtenden Körpers.
Es gilt:
Albedo A = nach allen Seiten gestreutes Licht / einfallendes Sonnenlicht

Der Rest (1-A) wird absorbiert und als Wärme wieder abgestrahlt.

Daneben unterscheidet man noch geometrisches und hemisphärischesAlbedo:
Das geometrische Albedo ist das Verhältnis zwischen der Helligkeit eines Planeten (mit Phasenwinkel 0° von der Sonne aus gesehen) und der Helligkeit einer hypothetischen, weißen, diffus reflektierenden Kugel mit gleicher Größe und gleicher Entfernung von der Sonne.Das hemisphärische Albedo ist definiert als Anteil des einfallenden Lichts, der in Abhängigkeit vom Einfallswinkel gestreut wird.
Allgemeine Relativitätstheorie (ART)
Einstein hat seine spezielle Relativitätstheorie noch auf die Gravitation erweitert. Die ART hat verschiedenen Prüfungen standgehalten und ist das umfassende Modell für den makroskopischen Kosmos. Der Grundgedanke ist etwas salopp gesagt, daß für alle im Kosmos die gleichen Naturgesetze gelten, egal wie schnell sie sich relativ zueinander bewegen. Die ART und nicht Newtons Gesetz sagt bis zur Meßgenauigkeit die Bewegung der Planeten um die Sonne richtig voraus. Sie beschreibt das schwarze Loch. Sie erklärt die Abnahme der Bahnradien in einem Doppelneutronenstern -- und vieles mehr.
Altersbestimmung
Die Altersbestimmung von Gesteinen erfolgt durch Messung der Konzentration verschiedener radioaktiver Isotope und deren Zerfallsprodukte.
Angström:
Längeneinheit zur Messung der Wellenlange des Lichts und anderer elektromagnetischer Schwingungen. Sie entspricht einem hundertmillionstel Zentimeter. Sichtbares Licht liegt zwischen 3900 A (violett) und 7500 A (rot).
Anomalie mittlere
Winkel, den ein Körper auf einer Kreisbahn mit derselben Umlaufzeit wie der betrachtete Planet seit der letzten Perihelpassage zurückgelegt hätte.
Anomalie wahre
Winkeldistanz zwischen dem Perihel und dem Planeten, gemessen vom Brennpunkt der Bahnellipse aus.
Anregung:
Energiezufuhr an die Elektronenhülle von Atomen, Molekülen oder Ionen durch Absorption eines Photons oder Stoß von Elektronen oder Atomen (z.B. durch gesteigerte Wärmebewegung).
Antimaterie:
Materie, die aus Elementarteilchen besteht, die dieselbe Masse und denselben Spin wie die Elementarteilchen, aus denen normale Materie besteht, aber mit vielen anderen gerade entgegengesetzten Eigenschaften wie der elektrischen Ladung. Es werden zwar Antiteilchen in der Natur beobachtet, andere werden im Labor erzeugt, aber es gibt keinen Hinweis auf größerer Mengen von Antimaterie z.B. in der Form von Anti-Wasserstoff. Wenn normale Materie und Antimaterie aufeinanderträfen, würden sie sich unter Freisetzung von Energie gegenseitig vernichten.
Anziehungskraft
siehe "Gravitation"
Apastron:
Punkt in der Umlaufbahn eines Doppelsterns, an dem beide Sterne am weitesten voneinander entfernt sind. Der Punkt des geringsten Abstands wird als Periastron bezeichnet.
Apex der Sonne:
Punkt der Himmelskugel, auf den die Sonne scheinbar hinsteuert. Der Apex befindet sich im Sternbild Herkules. Die Geschwindigkeit der Sonne, mit der sie sich diesem Punkt nähert, beträgt 19,7 km/s. Der dem Apex gegenüberliegende Punkt ist der Antapex. Diese Bewepung unterscheidet sich von der Rotation der Sonne um das Zentrum der Galaxis, die sich auf etwa 320 km/s beläuft.
Aphel:
Fernster Punkt der Umlaufbahn eines Planeten oder anderen Körpers von der Sonne. Der Punkt des geringsten Abstands wird als Perihel bezeichnet.
Apogäum:
Punkt in der Umlaufbahn des Mondes oder eines künstlichen Satelliten, in dem der Körper der Erde am entferntesten ist. Der Punkt des geringsten Abstands wird als Perigäum bezeichnet.
Äquatoriale Koordinaten:
Ein Koordinatensystem zur Festlegung der Positions eines Gestirns am Himmel. Der Grundkreis bildet der Himmelsäquator, die Koordinaten sind Rektaszension und Deklination.
Dieses Koordinatensystem ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil es erlaubt, einen Stern "blind", d.h. ohne Kenntnis der Sternbilder am Himmel, mit den Teilkreisen der Teleskopmontierung im Teleskop einzustellen.
siehe Abbildung
Äquatoriale (Prallaktische) Montierung:
Eine Teleskopausrichtung, bei der das Instrument auf der Achse parallel zur Erdachse angesetzt wird. Die Achsenneigung muß gleich der geographischen Breite des Beobachters sein. Mit Hilfe moderner Computer ist es möglich geworden, eine effektivere azimutale Montierurig für Teleskope zu erreichen; diese wird heutzutage der aquatorialen Montierurig vorgezogen.
Äquinoktikum (Tag- und Nachtgleiche):
Zweimal im Jahr überquert die Sonne den Himmelsäquator, einmal in nordwärtiger Bewequngsrichtung (um den 21.03.) und einmal in südwärtiger (um den 22 09.) Zu diesen Zeitpunkten sind überall auf der Erde Tag und Nacht gleich lang. Die Schnittpunkte sind jeweils als Frühlingspunkt und als Herbstpunkt bekannt.
Arp-Galaxien:
Eine Klasse Wechselwirkender Galaxien, die in einem Katalog zusammengefasst sind, welcher von dem Astronom Halton Arp erstellt und 1966 veröffentlicht wurde.
Aschfarbenes Licht:
Schwaches Leuchten der Nachtseite des Planeten Venus; nur bei zunehmender Venus sichtbar. Die Ursache ist nicht genau bekannt.
Aspekt:
Die von der Erde aus gesehene Winkelstellung von Erde, Sonne Mond und Planeten zueinander. Man unterscheide folgende Aspekte: Konjunktion, Opposition und Quadratur.
A-Sterne:
Sterne vom Spektraltyp A sind durch starke Wasserstoff-Absorptionslinien in ihrem Spektrum gekennzeichnet. Für A-Hauptreihensterne beträgt die Oberflächentemperatur 7500 K bei der Unterklasse A9 und bis zu 9900 K bei der Unterklasse AO. Die entsprechenden Massen und Radien in Sonneneinheiten betragen 1,8 bzw. 1,4 bei A9- bis 3,2 bzw. 2,5 bei den AO-Sternen.
Asteroiden:
Feste Körper, welche die "Sonne" umlaufen und keine Planeten oder Kometen sind. Im Sonnensystem treiben tausende, wenn nicht gar hunderttausende berggroße bis gebirgsgroße Brocken. Besonders viele sammeln sich zwischen Mars und Jupiter aber auch jenseits der Neptunbahn scheint es einen gigantischen Vorrat solcher Körper zu geben. Der größte ist Ceres mit einem Durchmesser von 1003 km. Mit bloßem Auge ist nur ein Asteroid (Vesta) zeitweise zu erkennen.
Astrologie:
Pseudowissenschaft, die die Positionen der Planeten mit menschlichen Schicksalen verbindet. Keine wissenschaftliche Grundlage vorhanden. Daher wird die Astrologie von allen seriösen Wissenschaftlern zurecht als Aberglaube abgetan.
Astrometrie:
Gestirnspositionsvermessung. Zweig der Astronomie, der sich mit der Messung der Position von Himmelskörpern befaßt, und zwar durch Untersuchung von Licht aus dem Weltraum bezüglich seiner Einfallsrichtung.
Astronomische Einheit (AE):
Entfernungsangabe für Objekte im Sonnensystem. 1 AE = mittlere Entfernung Erde-Sonne = 149,597870 Millionen km.
astronomische Dämmerung:
Zeitraum der Himmelsaufhellung, wenn die Sonne zwischen 0° und 18° unterhalb des Horizonts steht.
Astrophysik:
Die Anwendung der physikalischen Gesetze auf alle Zweige der Astronomie. Früher oft auch definiert als "Physik und Chemie der Sterne".
asymptotisch:
(Asymptote) Gerade, der sich eine ins Unendliche verlaufende Kurve nähert, ohne sie zu erreichen.
Atmosphäre:
Gashülle von Planeten oder anderen Körpern. Ohne definierte Grenze; Ausdünnung nach außen, bis ihre Dichte der des umgebenden Weltraums entspricht.
Atom:
Kleinste Einheit eines chemischen Elements mit Eigencharakter. Von den 92 natürlichen Elementen ist Wasserstoff das leichteste, Uran das schwerste.
Auflösungsvermögen
Das Auflösungsvermögen gibt den Winkel an, unter dem zwei nahe am Himmel beieinander stehende Sterne gerade noch mit dem Teleskop getrennt werden können. Angegeben wird das Auflösungsvermögen in der Regel in Bogensekunden. Das Auflösungsvermögen unter Idealbedingungen, das sog. theoretische Auflösungsvermögen eines Teleskops kann nach folgender Formel ausgerechnet werden:

Winkel in Bogensekunden = 11.5/Objektivdurchmesser in Zentimeter

Diese Formel habe ich auch mal in einem Buch entdeckt, leider kann ich nicht sagen, welche der beiden Formel geeigneter ist.

Winkel in Bogensekunden = 250 000 x Wellenlänge / Objektivdurchmesser in Zentimeter

Das theoretische Auflösungsvermögen eines Fernrohres hängt also nicht von der Vergrösserung, sondern von dem Durchmesser der Optik ab: je großer das Teleskop, desto höher ist das Auflösungsvermögen. Beachten Sie aber, daß in der Praxis das theoretische Auflösungvermogen nur selten erreicht wird, da Turbulenzen in der Luft etc. nur selten Auflösungen besser als 1" zulassen, egal wie groß das Teleskop ist.
Axiome:
Axiome sind nicht näher erklärte, aus plausiblen Annahmen hervorgehende Grundgesetze. Der Durchbruch im physikalischen Verständnis des Sonnensystems gelang mit den Newtonschen Axiomen:

1. Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder bewegt sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit, sofern er nicht einer äußeren Kraft unterworfen ist.

2. Die Beschleunigung eines Körpers ist zu der auf ihn wirkenden Kraft proportional und erfolgt in Richtung der Kraft.

3. Die von zwei Körpern aufeinander ausgeübte Kräfte haben gleiche Beträge und entgegengesetzte Richtungen (Aktion = Reaktion). Im Sonnensystem brauchen wir noch zusätzlich das Gravitationsgesetz um die Bewegung der Planeten und anderer Körper erklären zu können.
Azimut:
Eine Himmelskoordinate, die angibt in welcher Himmelsrichtung ein Gestirn zu beobachten ist. Gemessen wird das Azimut in °, wobei Norden 0°, Osten 90°, Süden 180° und Westen 270° entspricht. Manchmal findet man auch Zählungen, die mit 0° = Süd beginnen.
Azimutale Montierung:
Art und Weise, ein Teleskop so zu montieren, daß das Instrument frei in Höhe und Azimut (um die senkrechte Achse) bewegt werden kann ist. Mit Hilfe von modernen Computern ist eine exakte Steuerung dieser Teleskope möglich. Die Mehrzahl der neuen großen Teleskope verwendet die azimutale Montierung.
Mittlerweile haben computergesteuerte azimutale Montierungen auch bei Amateurastronomen Einzug gehalten.