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Fackeln:
Helle, vorübergehende Erscheinungen auf der Sonnenoberfläche, die normalerweise mit Sonnenflecken in Verbindung stehen. Erscheinen häufig dort, wo Gruppen von Sonnenflecken gerade im Begriff sind zu entstehen. Sie verschwinden oft erst einige Zeit später als diese Gruppen.
Farben-Helligkeits-Diagramm:
(Abk. FHD) dem Hertzsprung-Russell-Diagramm gleichwertige graphische Darstellung, in der für eine Gruppe von Sternen (z.B. zur Untersuchung von Sternhaufen) die scheinbare Helligkeit der Sterne gegen den Farbindex aufgetragen wird.
Farbindex:
Maß für die Farbe eines Sterns und damit für seine Oberflächentemperatur. Die visuelle Magnitudo eines Sterns ist ein Maß für seine scheinbare Helligkeit, wie sie mit bloßem Auge wahrgenommen wird. Die photographische Magnitudo er hält man aus der scheinbaren Größe des auf einer Photoplatte abgebildeten Bildes eines Sterns. Beide Helligkeiten sind in der Regel nicht gleich groß, da auf den alten Standardplatten rote Sterne schwacher erscheinen als mit bloßem Auge betrachtet. Die Differenz zwischen visueller und photographischer Magnitudo ist der Farbindex. Dessen Skala ist so aufgebaut, daß für einen weißen Stern, wie z.B. Sirius, der Farbindex = 0 ist. Ein blauer Stern hat negativen, ein gelber oder roter Stern positiven Farbindex.
Finsternis:
Bedeckung eines Gestirns durch ein anderes. Bei einer Mondfinsternis (nur bei Vollmond) durchwandert der Mond den Erdschatten; bei einer (- je nach Bedeckungsgrad - partiellen, ringförmigen oder totalen) Sonnenfinsternis (nur bei Neumond) wirft er seinen Schatten auf die Erde.
Flares, solare (Sonnenflackern):
Helle Ausbrüche in den oberen Schichten der Sonnenatmosphàre, meist in Verbindung mit aktiven Sonnenfleckengruppen stehend. Die Flares senden elektrisch geladene Teilchen aus, die Später die Erde erreichen können und hier magnetische Sturme und Polarlichter auslösen. Sie sind auch mit starken Eruptionen solarer Radiostrahlung (Radioausbrüche) verknüpft. Möglicherweise stellen die bei Ausbrüchen herausgeschleuderten Partikel eine Gefahr für Astronauten im Weltraum oder auf der ungeschützten Oberflache des Mondes dar.
Flare-Sterne (Flackersterne):
Lichtschwache rote Zwergsterne, die über eine kurze Zeit (einige Minuten) einen Helligkeitsanstieg bis zu mehreren Größenklassen erfahren und innerhalb ca. einer Stunde wieder auf ihre alte Helligkeit zurückfallen. Dieses Verhalten scheint auf sehr intensive Flare Tätigkeit in der stellaren Atmosphäre zurückzuführen zu sein. Obwohl die betreffenden Energiemengen viel größer als bei solaren Flares sind, ist bisher noch nicht bekannt, ob die gesamte Sternenatmosphäre betroffen ist oder nur eine begrenzte Fläche wie bei der Sonne. Typische Flare-Sterne sind UV Ceti und AD Leonis.
Flash-Spektrum:
Kurz bevor der Mond bei einer totalen Sonnenfinsternis die Sonne vollständig bedeckt, sieht man das Leuchten der oberen Sonnenatmosphäre selbst ohne den hellen Hintergrund der Photosphäre. Die sonst dunklen Linien im Spektrum werden dann hell und erzeugen nur ganz kurzzeitig das sogenannte Flash Spektrum. Derselbe Effekt ist kurz nach Ende der Totalität zu beobachten.
Flocculi:
Flockige Struktur auf der Sonnenoberflache, wie sie von Instrumenten, die auf der Grundlage des Spektroskops beruhen, beobachtet werden. Helle Flocculi bestehen aus Kalzium, dunkle aus Wasserstoff.
Fluchtgeschwindigkeit:
Entweichgeschwindigkeit, d.h. Anfängliche Mindestgeschwindigkeit, die ein Objekt erreichen muß, um der Anziehungskraft eines Planeten oder anderen Körpers entweichen zu können. Die Fluchtgeschwindigkeit an der Oberfläche beträgt für die Erde 11,2km/s oder ca. 40200km/h, für den Mond 2,4km/s und für Jupiter 60km/s.
Fourier-Analyse:
Der französiche Mathematiker Jean Baptiste Fourier (1768-1830) zeigte, das Kurven unter bestimmten Voraussetzungen als Überlagerung sinusförmiger Schwingungen unterschiedlicher Frequenzen und Amplituden betrachtet werden können. Das Ergebnis der Fourier-Analyse ist ein "Wellenspektrum", welches angibt, wie stark Schwingungen bestimmter Frequenzen zur analysierten Kurven beitragen.
Fragmentation:
Bei der Entstehung z.B. von Sternen der Zerfall einer sich verdichteten Gaswolke in verschiedene Teile, aus denen später einzelne Sterne hervorgehen.
Fraunhofer-Linien:
Die dunklen Absorptionslinien im Sonnenspektrum, benannt nach dem deutschen Optiker Joseph von Fraunhofer, der sie 1814 entdeckte und untersuchte (siehe Absorptionsspektrum).
Freier Fall:
Normale Bewegung eines Objektes im Raum unter Einfluß der Gravitationsanziehung eines zentralen Körpers. So befindet sich die Erde im Zustand des freien Falls um die Sonne, wahrend ein künstlicher Satellit außerhalb der Erdatmosphäre sich im freien Fall um die Erde herum befindet. Ohne Schubbetrieb ist eine Mondsonde zwischen Erde und Mond im freien Fall, genauso wie eine Sonde auf einer Übergangsbahn von Erde zu Mars. Ein Astronaut hat scheinbar kein Gewicht, wenn sich sein Raumschiff im freien Fall befindet; er befindet sich im Zustand der Schwerelosigkeit.
Frühe Sterne:
Irreführende Bezeichnung für die Spektralklassen W, O, B, A und B. Diese Bezeichnung stammt aus einer Zeit, in der die Astronomen glaubten, dass sich die Sterne entlang der Hauptreihe von heissen zu kühlen Sternen eintickeln würden. Obwohl diese Vorstellung inzwischen widerlegt ist, wird diese Bezeichnung leider noch beibehalten.
Funkeln:
Umgangssprachlicher Begriff für Szintillation.
Frühlingspunkt:
Der Punkt am Himmel, an dem die Sonne zu Frühlingsanfang steht. Der Frühlingspunkt ist der eine Schnittpunkt von Himmelsäquartor und Ekliptik.