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H I- und H II-Regionen:
H I- und H II-Regionen: Wasserstoffwolken in der Galaxis. H I-Regionen sind Wolken aus neutralem Wasserstoff. Sie sind nicht sichtbar, können jedoch wegen ihrer charakteristischen Abstrahlung von Radiowellen mit 21cm Länge mittels eines Radioteleskops untersucht werden. In H II-Regionen ist der Wasserstoff ionisiert (siehe Ion), im allgemeinen in der Umgebung heißer Sterne. Bei der Wiederzusammenfügung von Ionen und freien Elektronen zu neutralen Atomen wird Licht abgestrahlt, wodurch die H II-Regionen sichtbar werden.
Hadronen:
Alle Teilchen, die an der starken Wechselwirkung beteiligt sind. Man unterteilt sie in Baryonen (z.B. Neutronen und Protonen), die dem Pauli-Prinzip gehorchen, und Mesonen, die das nicht tun.
Halo:
1) Heller Kreis oder Bogen um Sonne und Mond, verursacht durch Eiskristalle in der oberen Erdatmosphäre.
2) Halo der Galaxis: Kugelförmige Sternwolke um den Hauptteil der Galaxis.
Hauptreihe
Gut definiertes Band im Hertzsprung Russell-Diagramm von oben links nach unten rechts verlaufend. Die Sonne ist ein typischer Hauptreihenstern.
Heliozentrisch:
Mit der Sonne als Bezugspunkt oder gemessen bezüglich des Zentrums der Sonne.
Helium-Flash:
Heliumblitz, ein theoretisch vorhergesagtes Ereignis in der Entwicklung eines Sterns mit relativ geringer Masse. Nachdem der Wasserstoffvorrat im Kern eines Sterns erschöpft und der Stern zu einem Roten Riesen geworden ist, erreicht seine Temperatur im Zentrum schließlich den Punkt, wo das "Heliumbrennen" (d.h. die Umwandlung von Helium durch Kernfusion in schwerere Elemente) einsetzt. Ist die Materie im Kern eines Sterns entartet (wie das bei Sternen niedriger Massen der Fall ist), setzt das Heliumbrennen explosionsartig ein. Die Temperatur steigt steil an, und das Heliumbrennen wird weiter beschleunigt. Dies wiederum führt zu noch höheren Temperaturen und noch stärker beschleunigtem Heliumbrennen, bis schließlich der Punkt erreicht wird, an dem die Entartung aufgehoben wird und der thermische Druck den Kern expandieren und abkühlen lässt. Damit ist der Prozess gestoppt. Es ist unwahrscheinlich, dass die Explosion bis an die Oberfläche eines Sterns dringt. In einem massereicheren Stern setzt das Heliumbrennen nur allmählich ein, weil in seinem Kern andere physikalische Bedingungen herrschen.
Heliumsterne:
Sterne, in denen weinig oder gar kein Wasserstoff vorhanden ist. Es ist noch nicht geklärt, welche Sterne sich auf welchen Wegen zu Heliumsternen entwickeln.
Herbig-Haro-Objekte:
HH-Objekte, lichtschwache neblige Emissionslinien-Objekte, sie zu Beginn der fünfziger Jahre entdeckt wurden. Sie können als irregulär geformte Knoten einzeln auftreten als auch in Form von Jets, (als Anhäufung mehrerer dicht aufeinanderfolgender Knoten entlang einer Achse). HH-Objekte werden in Sternentstehungsgebieten in der Nähe von Sternen entdeckt, die sich noch im Vor-Hauptstadium befinden.Ihre Spektren werden von verbotenen Emissionslinien wie z.B. den einfach ionisierten Schwefel- und Stickstofflinien und von Wasserstoff-Emissionslinien bestimmt. Vom Emissionsspektrum einer typischen HII-Region unterscheiden sie sich durch die relativen Linienintensitäten und dadurch, dass die Linien meistens deutlich blau- bzw. rotverschoben sind.
Herbstpunkt:
siehe Äquinoktium.
Hertzsprung-Russell-Diagramm (HRD):
Graphische Darstellung, in der Sterne entsprechend ihrem Spektraltyp und ihrer Leuchtkaft eingetragen sind Man findet ein gut definiertes Band, bekannt als Hauptreihe, das kräftige Diagramm von oben links (sehr leucht kräftige blaue Sterne) nach unten rechts (schwache rote Sterne) verläuft. Darüber hinaus gibt es den Riesenast der nach oben rechts reicht, während die schwachen, heißen "Weißen Zwerge" unten links liegen, Das HRD ist bei der Untersuchung der Sternentwicklung von höchster Bedeutung. Wird statt des Spektrums der Farbindex benutzt, wird das Diagramm als Farben-Helligkeits-Diagramm bezeichnet.
siehe Abbildung
Himmelsäquator:
Projektion des Erdäquators auf die Himmelskugel. Er teilt den Himmel in zwei Hemisphären (Nord- und Südhalbkugel).
Himmelsglühen:
Schwaches, natürliches Leuchten des Nachthimmels durch Reaktionen in der oberen Erdatmosphäre.
Himmelskugel, scheinbare:
Imaginäre Kugel um die Erde mit dem Erdmittelpunkt als Zentrum. An ihrer Innenfläche werden alle astronomischen Objekte beobachtet.
Himmelspole:
Der nördliche und der südliche Punkt, den die in Gedanken verlängerte Erdachse an der scheinbaren Himmelskugel markiert.
Hintergrundstrahlung:
Sehr schwache Strahlung im Mikrowellenbereich aus allen Richtungen des Universums, die eine generelle Temperatur von 3°C über dem absoluten Nullpunkt anzeigt. Es wird vermutet, daß die Hintergrundstrahlung ein Überrest des Urknalls ist, bei dem das Universum vor ca. 15 Milliarden Jahren entstand. Der Cosmic Background Explorer Satellite (COBE) entdeckte leichte Schwankungen der Strahlung.
Höhe:
Winkelabstand eines Gestirns vom Horizont. Gemessen wird die Höhe in Grad, wobei der Horizont einer Höhe von 0° und das Zenit einer Höhe von 90° entspricht.
Hohmann-Bahn
siehe Übergangsbahn.
Horizontkoordinaten:
Ein Koordinatensystem zur Festlegung der Positions eines Gestirns am Himmel. Den Grundkreis bildet der Horizont, die Koordinaten sind Azimut und Höhe. Von Nachteil bie diesem Koordinatensystem ist, das sich die Koordinaten im Horizonzsystem eines Gestirns durch die Erdrotation laufend verändern. Für die eindeutige Positionsangabe braucht man in diesem Fall noch die Angabe des Beobachtungsorts und der Beobachtungszeit.
siehe Abbildung
Hubble-Konstante:
Verhältnis zwischen Entfernung einer Galaxis und ihrer Radialgeschwindigkeit Der exakte Wert ist noch nicht ermittelt, liegt aber wahrscheinlich in der Größenordnung von 60 km/s pro Millionen Parsec.
Hubble Space Telescope (HST):
Bezeichnung für ein am 24.4.1990 von der US-Raumfähre Discovery in eine 590km hohe Erdumlaufbahn gebrachtes 2,2m-Teleskop. Anfangs konnte das HST die Erwartungen nicht voll erfüllen, da sein Hauptspiegel unter sphärischer Aberration litt. Doch seit dem es Ende 1993 im Orbit repariert wurde, leistet es wertvolle Beiträge zu allen Bereichen der Astronomie, angefangen von der Erforschung der Planeten bis hin zur Kosmologie.