M...

Mach-Zahl:
Geschwindigkeit eines sich in einer Atmosphäre bewegenden Fahrzeugs bezogen auf die Schallgeschwindigkeit in diesem Bereich. Nahe der Erdoberfläche beträgt die Schallgeschwindigkeit ca. 1200km/h. Mach 2 bedeutet demnach 2 x 1200 = 2400km/h.
Magnetischer Sturm:
Plötzlich auftretende Störung des Erdmagnetfeldes mit Auswirkungen auf Funkverbindungen und Kompaßnadel. Ursache sind die von der Sonne ausgesandten geladenen Teilchen, oftmals verbunden mit Flares. Ein magnetischer Einfall ist eine plötzliche Änderung im Erdmagnetfeld durch veränderte Bedingungen in der unteren Ionosphäre. Der Einfall steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Aufblitzphase des Flares und beginnt mit dieser. Der Sturm erfolgt erst nach dem Eintreffen der Teilchen auf der Erde ca. 24 Stunden später.
Magnetohydrodynamik:
Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und elektrisch leitfähigen Flüssigkeiten. Der schwedische Wissenschaftler H. Alfven wird als Begründer der Magnetohydrodynamik angesehen.
Magnetosphäre:
Bereich um einen Körper, in dem das Magnetfeld dieses Körpers vorherrscht. Im Sonnensystem besitzt Jupiter die größte Magnetosphäre, die anderen Giganten, wie auch Erde und Merkur, haben ebenfalls ausgeprägte Magnetfelder. Bei Mond und Venus ist jedoch kein Magnetfeld nachgewiesen worden.
Magnitudo:
Einheit zur Bezeichnung von Helligkeit. Sie wird in Größenklassen angegeben; Abkürzung: M, mag oder m.
Maser:
Abk. für Microwave Amplification by Stimulated Emission of Radiation. Gleiches Grundprinzip wie beim Laser, jedoch angewendet auf Radiowellen an statt auf sichtbares Licht.
Masse:
Masse: Menge der in einem Körper vereinigten Materie. Sie entspricht nicht dem Gewicht, das von der örtlichen Schwerkraft abhängig ist; so betragt z.B. das Gewicht eines Menschen auf dem Mond nur 1/6 seines normalen Gewichts, seine Masse bleibt jedoch unverändert.
Masse-Leuchtkraft-Beziehung
Für den Hauptreihenstern im Gleichgewicht gilt in grober Näherung, daß seine Leuchtkraft proportional zur dritten Potenz seiner Masse ist. Siehe auch HRD.
Mehrfachstern:
Sternsystem, das aus zwei oder mehr Sternen (Komponenten) besteht, die physikalisch zusammengehören und sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt bewegen. Wenn sie sich hierbei gegenseitig bedecken, gehören sie u. U. zu den Veränderlichen Sternen; können die (oft verschieden farbigen) Komponenten im Teleskop getrennt werden, spricht man von einem visuellen Mehrfachstern.
Mesonen:
Klasse von Stark wechselwirkenden Teilchen mit der Baryonenzahl 0. Dazu gehören die Pi-Mesonen, K-Mesonen, Rho-Mesonen usw.
Messier-Katalog:
Verzeichnis von Nebeln und Sternhaufen, der 1781 von dem französischen Astronomen Messier veröffentlicht wurde.
Meridian:
Großkreis an der Himmelskugel, der durch den Zenit und beide Himmelspole geht. Der Meridian durchschneidet den Beobachterhorizont exakt am Nord- und Südpunkt und teilt die scheinbare Himmelskugel so in eine westliche und eine östliche Hälfte.
Meridiandurchgang:
Durchgang eines Himmelskörpers oder eines Punktes an der Himmelskugel durch den Meridian des Beobachters: z.B. geht der Frühlingspunkt um 0 Uhr Sternzeit durch den Meridian.
Meridiankreis:
Astronomisches Fernrohr, das um eine in Ost-West liegende Achse in Meridianebene frei drehbar ist und mit dem der höchste Stand eines Sterns sowie der Zeitpunkt des Meridiandurchgangs mit größter Genauigkeit (unter 0,05 Sekunden) bestimmbar ist.
Metastabiler Zustand:
Langlebiger, über den Grundzustand liegender Energiezustand eines Atoms oder Moleküls, von dem aus es in der Regel nur durch strahlunglosen Übrgang (z.B. Zusammenstösse mit anderen Teilchen) wieder in den Grundzustand gelangen kann. In extrem dünnen Gasen, wie man sie z.B. im interstellarem Medium findet, können Atome und Moleküle mehrere Sekunden lang in metastabilen Zuständen verharren und ihn durch Aussenden einer "verbotenen Spektrallinie" wieder verlassen.
Meteor:
Lichtspur (Sternschnuppe), die am Nachthimmel zu sehen ist, wenn ein kleines Staubteilchen in der oberen Erdatmosphäre verglüht.
Meteorit:
Größerer Körper, der den Erdboden erreichen kann, ohne zerstört zu werden. Es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen Meteoriten und Meteoren; Meteorite scheinen eher mit Asteroiden oder Kleinplaneten verwandt zu sein. Meteorite kommen als Steinmeteorite oder Eisenmeteorite (Siderite) bzw. als Zwischentyp (Stein-Eisenmeteonte) vor. In einigen Fallen haben Meteorite Krater verursacht; das bekannteste Beispiel ist der Arizona Krater, der einen Durchmesser von fast 1,5 Kilometern hat und in prähistorischer Zeit entstand.
Meteortiden:
Sammelbegriff für meteoritische Körper. Früher wurde angenommen, daß diese eine ernsthafte Gefahr für die Raumfahrt darstellen würden, jedoch scheint das Risiko wesentlich geringer zu sein als befürchtet, obwohl es nicht vollkommen vernachlässigt werden kann.
Meter
Früher war der/das Meter gleich der Länge eines Platin-Iridium-Stabes in Paris. Heute wird ein Meter so festgelegt, daß die Lichtgeschwindigkeit exakt 299 792 458 m/s beträgt.
Mikrometeorit:
Extrem kleines Teilchen, kleiner als 0,01016 cm im Durchmesser, das sich um die Sonne bewegt. Trifft ein Mikrometeorit auf die Erdatmosphäre kann dieser aufgrund seiner geringen Masse keine Leuchterscheinung (Sternschnuppe) hervorrufen. Seit 1957 werden Mikrometeorite von Raumsonden und Satelliten genau untersucht.
Mikrometer (Mikron):
Längeneinheit, die 1/1000 Millimeter entspricht. Ein Mikrometer entspricht 10000 Angström.
Milchstraße:
Leuchtendes Band, das sich über den Nachthimmel erstreckt. Zu Grunde liegt ein perspektivscher Effekt: wenn man entlang der Hauptebene des Milchstraßensystems in den Weltraum sieht, d.h. entweder direkt auf das Zentrum der Galaxis oder vom Zentrum weg, so sieht man viele Sterne in etwa der gleichen Himmelsrichtung. Entgegen dem Anschein liegen die Sterne der Milchstraße nicht eng zusammengepackt. Früher wurde der Begriff Milchstraße auf die Galaxis selbst angewandt, heute steht die Bezeichnung nur für die Erscheinung am Nachthimmel.
Millibar:
Einheit zur Messung des Luftdrucks. Entspricht einem Hektopascal (hPa). Der Standardluftdruck beträgt 1013,24 Millibar (mbar) = 75,97 cm Quecksilbersaule.
Mira-Sterne:
Veränderliche Sterne die nach dem Stern Mira im Sternbild Walfisch benannt wurden. Es handelt sich um Riesen- oder Überriesen der Spektraltypen K5 bis M9, S und C. Die Perioden liegen zwischen 80 und 1000 Tagen (langperiodische Veränderliche). Die visuellen Amplituden der Mira-Sterne können bis zu 11 Größenklassen betragen. Es besteht eine - allerdings nicht sehr strenge - Perioden-Amplituden-Beziehung in dem Sinne, dass Mira-Sterne mit längeren Perioden auch größere Amplituden aufweisen. Für die Veränderlichkeit der Mira-Sterne sind radiale Pulsationen verantwortlich.
Mitte-Rand-Variation:
Randverdunklung, d.h. die Helligkeitsabnahme der Sonne von der Mitte zum Rand hin. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, daß der Beobachter in der Mitte der Sonnenscheibe in tiefere und heißere Schichten der Sonnenatmosphäre hineninblickt, als in den kühleren randnahen Partien.
Mitternachtssonne:
Die über dem Horizont stehende Sonne um Mitternacht. Im Sommer zwischen den Polarkreisen und den Erdpolen sichtbar.
Molekül:
Ansammlung von Atomen, die durch Bindungen zusammengehalten werden. So besteht z.B. ein Wassermolekül (H2O) aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom.
Monat:
1. Monat: Die Zeit, die der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt.
2. Kalendarischer Monat: Der Monat im alltaglichen Gebrauch. Anomalistischer Monat: Zeit, die der Mond von einem Perigäum zum nächsten benötigt.
3. Siderischer Monat: Zeit, die der Mond - gemessen an den Sternen - für einen Umlauf um das Baryzentrum benötigt.
Mondalter:
Die seit dem jeweils letzten Neumond verflossene Zeit; es kann maximal 29,53 Tage (sog. synodische Periode) betragen.
Mondphasen:
Lichtgestalten des Erdsatelliten, wobei vier Hauptphasen unterschieden werden:
1.  Neumond (Mond vor der Sonne)
2.  Erstes Viertel (rechte Mondhälfte beleuchtet)
3.  Vollmond (Erde zwischen Mond und Sonne)
4.  Letztes Viertel (linke Mondhälfte beleuchtet).
Mondfinsternis:
Eine Mondfinsternis ist zu beobachten, wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt; dies kann partiell oder total geschehen. Im allgemeinen wird der Mond dabei nicht völlig unsichtbar, da ein Teil des Sonnenlichtes durch die Erdatmosphäre auf den Mond zurückgeworfen wird.
Montierung
Als Montierung wird das Gestell oder Stativ bezeichnet, auf das ein Fernrohr gesetzt wird. Man unterscheidet zwischen azimutaler Montierung und parallaktischer Montierung. Beim ersten Typ kann das Fernrohr horizontal nach links und rechts und lotrecht nach oben und unten bewegt werden. Die Fernrohre auf Aussichtspunkten sind so aufgestellt. Die parallaktische Montierung wird der Himmelsäquator zum Horizont. Das Fernrohr wird also so gekippt, daß die Achse um die horizontal gedreht wurde nicht mehr senkrecht nach oben zeigt, sondern zum Himmelspol. Die Vorteile für die Himmelsbeobachtung sind, daß einerseits die Himmelskoordinaten direkt eingestellt werden können und andererseits nur eine Achse bewegt werden muß, um die scheinbare tägliche Bewegung der Gestirne nachzuführen.
Morgenstern
Der Morgenstern ist die Venus, die, nachdem sie als Abendstern glänzte, die Erde auf ihrer sonnennäheren Bahn überholt hat und nun am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang strahlt. Die Venus befindet sich westlich von der Sonne und geht vor ihr im Osten auf.
M-Sterne:
Die Spekten von M-Sternen zeichnen sich durch das Auftreten von Absorptions-Banden von Titanoxid-Molekülen aus. Die M-Zwerge, deren heißester Vertreter Oberflächentemperaturen von 3500 K haben, befinden sich am unteren Ende der Hauptreihe. M-Zwerge haben Massen von 0,08 bis 0,5 Sonnenmassen und Radien von 0,1 bis 0,6 Sonnenradien. Die massereichsten unter ihnen erreichen Leuchtkräfte von fast einem Zehntel der Sonnenleuchtkraft. Die Verweilzeit der M-Sterne auf der Hauptreihe ist sehr lang - länger als die Lebensdauer des Milchstrassensystems!

Alle M-Zwerge rotieren langsam; ihre Rotationsperioden liegen zwischen einigen Tagen und einigen Monaten. Bei den niedrigen Temperaturen, wie sie in der Atmosphäre von M-Sternen vorliegen, können sich Moleküle bilden. Starke Molekülbanden von Kohlenmonoxid (CO) und OH treten im infraroten Spektralbereich der M-Sterne auf; unterhalb von 3500 K zeigen sich starke Banden von H2O (Wasser bzw. Wasserdampf).

Für alle Sterne, die das Stadium der M-Riesen oder M-Überriesen erreicht haben, bedeutet dies das Ende ihrer Entwicklung als Stern mit großem Radius. Am Ende stoßen sie ihre Hüllen ab, und es bleibt der heiße Kern übrig. Dieser Prozess findet bei den massereichen M-Überriesen als Supernova-Explosion statt. Bei den massearmen Sternen gibt es ein weniger spektakuläres Ereignis, das einen planetarischen Nebel hinterläßt.

Myon:
Instabiles Elementarteilchen mit negativer Ladung, wie das Elektron, aber 207 mal so schwer.