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T-Assoziation
Eine T-Assoziation ist eine Gruppe von 10 - 400 T-Tauri Sternen Sie treten immer in Zusammenhang mit Sternenstehungsgebieten auf.
Tag:
Im alltaglichen Sprachgebrauch die Zeit, die die Erde für eine Umdrehung um ihre Achse braucht. Ein Sterntag ist die Rotationsperiode der Erde in bezug auf die Sterne (23h 56min 4,091 s). Ein Sonnentag ist die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Mittagen (Sonnenhochststanden). Der mittlere Sonnentag ist 24h 3min 56,555s, also etwas langer als der Sterntag, da sich die Sonne ostwärts auf der Ekliptik entlang bewegt. Der bürgerliche Tag ist auf 24 Stunden festgelegt.
Tagbogen
Der Tagbogen ist die scheinbare Bahn eines Gestirns vom Aufgangspunkt bis zum Untergangspunkt.
Tägliche Bewegung:
scheinbare Bewegung der Himmelsphäre im Verlauf eines Tages in Ost-West Richtung, verursacht durch die in umgekehrter Richtung erfolgende Erdrotation.
Tägliche Aberration
Der zur stellaren Aberration analoge Begriff für die Drehung der Erde um die eigene Achse anstelle der Bahnbewegung um die Sonne. Die durch die tägliche Aberration verursachte Positionsschwankung der Gestirne liegt bei wenigen Zehntel Bogensekunden. Sie ist am Äquator am stärksten und an den Polen gleich null. Siehe auch unter Aberration.
Tägliche Parallaxe
Durch die tägliche Drehung der Erde bewegt sich der Beobachter. Relativ erdnahe Objekte wie der Mond und Asteroiden zeigen deshalb täglich wiederkehrende Positionsschwankungen, die zur Entfernungsbestimmung verwendet werden können.
Tagundnachtgleiche
Wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht, dauern Tag und Nacht (fast) gleich lang. Dies ist zu Frühlingsanfang (21.3.)und Herbstanfang (ca. 21.9.) der Fall.
Tektite:
Kleine, glasartige Objekte, die aerodynamisch geformt und wahrscheinlich zweimal erhitzt worden sind. Es wurde angenommen, daß es sich um Glasmeteorite handeln würde; heute geht man jedoch davon aus, daß Tektite irdischen Ursprungs sind.
Telemetrie:
Technik der Funkübertragung von Messungen und Beobachtungen, die von unerreichbaren Instrumenten aus gemacht worden sind (z.B. unbemannten Raumsonden), zu einem Ort, an dem Analysen und Auswertungen vorgenommen werden können.
Teleskop:
Hauptinstrument zum Auffangen des Lichts von Himmelsobjekten. Das so entstandene Bild kann vergrößert werden. Man unterscheidet zwei Haupttypen: Reflektoren und Refraktoren. Die größten Teleskope der Welt sind ausnahmslos Reflektoren, da ein Spiegel von unten abgestützt, eine Linse jedoch nur am Rand gehalten werden kann. Wenn diese Linse extrem groß ist, kann sie sich wegen ihres hohen Eigengewichts durchbiegen und verformen und damit unbrauchbar werden. Die maximale Linsengröße liegt daher bei ca. 1m Durchmesser.
Temperatur
Zur Temperatur der Sterne siehe auch HRD.
Es wird zwischen den folgenden Temperaturbegriffen unterschieden:
Die effektive Temperatur wird über das Stefan-Boltzmann-Gesetz definiert. Es wird also nur die Größe und die Strahlungsleistung betrachtet und daraus die Temperatur abgeleitet. Diese wird vereinfachend auch als Oberflächentemperatur bezeichnet. Die Farbtemperatur eines Stern ist die Temperatur eines schwarzen Körpers, der Licht mit der gleichen spektralen Intensitätsverteilung wie der Stern aussendet. Dabei wird meist nur ein mehr oder weniger eng begrenztes Wellenlängenband betrachtet, so daß die Farbtemperatur der Sonne im sichtbaren bei ca. 6000 K liegt, im fernen Infrarot bei 100 Mikrometern Wellenlänge nur 4700 K beträgt. Die kinetische Temperatur wird über die Bewegung der Gasatome nach der kinetischen Gastheorie definiert. Es gilt 3kT = m*v*v. k = Boltzmannkonstante, m*v*v mittlere kinetische Energie der Teilchen und T ist die (kinetische) Temperatur.
Terminator:
Schattengrenze zwischen Tages- und Nachthälfte des Mondes oder eines Planeten. Da die Mondoberfläche bergig ist, erscheint die Grenze rauh und gezackt, und einzelne Bergspitzen können sich auch noch auf der Nachtseite im Sonnenlicht vom dunklen Untergrund abheben. Merkur und Mars, die beide auch mondähnliche Phasen aufweisen, haben gleichmäßige Terminatoren, wahrscheinlich aber nur deshalb, weil wir sie nicht im Detail beobachten können. Dabei ist die Oberfläche des Merkur ähnlich gebirgig wie die des Mondes. Der Terminator auf dem Mars wirkt ebenfalls glatt, obwohl inzwischen bekannt ist, daß seine Oberfläche eine sehr zerklüftete Struktur aufweist. Photographien der Erde, aufgenommen vom Mond oder dem Weltraum aus, zeigen wegen der vorhandenen Atmosphäre eine im Vergleich zum Mond sehr "weiche" Schattengrenze.
Terrestrische Linien
Terrestrische Linien sind meistens Absorptionslinien im Spektrum eines Himmelskörpers, die dem Spektrum durch die Erdatmosphäre aufgeprägt werden. So ist es schwierig, vom Erdboden aus Wasserdampf in den Atmosphären der Planeten zu finden, da das Wasserdampfspektrum der Erdatmosphäre immer mit gemessen wird. Das Problem kann durch Beobachtung von Satelliten aus umgangen werden.
Tesla:
Kurzzeichen T, Einheit der magnetischen Flussdichte; 1 T= 1 Wb/m2= 1Vs/m2= 104 G (Gauß).
Thermische Strahlung
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weiß man, daß jeder Körper Licht (im allgemeinen Sinne) abstrahlt. Die abgestrahlte Leistung kann nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz berechnet werden, die Wellenlänge des Maximums der glockenartigen breiten Verteilung ergibt sich aus dem Wienschen Verschiebungsgesetz. Die spektrale Verteilung wird durch das Plancksche Strahlungsgesetz beschrieben, das den historischen Einstieg in die Quantenmechanik darstellte. Die im Weltall vorkommende thermische Strahlung reicht von harter Röntgenstrahlung (Akkretionsscheibe, Neutronenstern) über die Photosphäre, die uns das Tageslicht spendet, dem Treibhauseffekt der Planeten, den kalten, im fernen Infrarot leuchtenden interstellaren Staubwolken, bis zur 2.7 K kalten kosmischen Hintergrundstrahlung.
Tierkreis:
Ein Gürtel, der sich über die gesamte Himmelskugel erstreckt, jeweils 8° beiderseits der Ekliptik, in dem Sonne, Mond und helle Planeten ständig zu finden sind. Das Band zieht sich durch alle 12 Sternbilder des Tierkreises und einen kleinen Teil des Ophinchus (Schlangenträger).
Tierkreissternbilder:
Die 12 in der Astrologie benutzten Tierkreiszeichen: Aquarius (Wassermann), Aries (Widder), Cancer (Krebs), Capricornus (Steinbock), Gemini (Zwillinge), Leo (Löwe), Libra (Waage), Pisces (Fische), Sagittarius (Schutze), Scorpius (Skorpion), Taurus (Stier), Virgo (Jungfrau).
Transit
Von einem Transit spricht man, wenn ein Gestirn eine bestimmte Koordinatenlinie passiert. Im Besonderen sind damit auch Vorübergänge vor der Sonne gemeint.
Transpluto
Salopp gesagt versteht man darunter hypothetische Planeten, die längere Umlaufzeiten um die Sonne haben als Pluto. Bis jetzt haben die Sucher nach einem Planeten jenseits des Plutos eine beträchtliche Anzahl nur wenige hundert km großer Brocken gefunden. Ein Planet größer als Pluto ist aber sehr unwahrscheinlich, da insbesondere die Vermessung der Bahnen der Raumsonden Pioneer und Voyager keine Gravitationsstörungen eines unbekannten, großen Körpers aufweisen.
Trojaner:
Asteroiden oder Planetoiden, die sich in der Jupiterbahn um die Sonne bewegen. Die Trojaner befinden sich in zwei Gruppen einmal 60° vor und einmal 60° hinter dem Jupiter, so daß es nicht zur Kollision kommen kann. Bisher sind mehr als ein Dutzend Trojaner bekannt.
Tropischer Monat
Der tropische Monat ist die Zeitspanne, die der Mond auf seiner Wanderung um den Zodiakus braucht, um von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt zu gelangen . Da der Frühlingspunkt sich rückwärz entlang der Ekliptik bewegt, kommt er der Sonne etwas entgegen. Deshalb dauert der tropische Monat nur 27 Tage 7 Stunden 43 Minuten und 5 Sekunden und somit etwas weniger lang als der siderische Monat.
Tropisches Jahr
Das tropische Jahr ist geozentrisch gesehen die Zeitspanne, die die Sonne auf ihrer Wanderung um den Zodiakus braucht, um von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt zu gelangen. Da der Frühlingspunkt sich rückwärz entlang der Ekliptik bewegt, kommt er der Sonne etwas entgegen. Deshalb dauert das tropische Jahr dauert 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten und 45 Sekunden und somit etwas weniger lang als das siderische Jahr.
Troposphäre:
Unterste Schicht der Erdatmosphäre; sie reicht bis in etwa 11 km Höhe über dem Meeresspiegel. Sie beinhaltet den größten Massenanteil der Atmosphäre. In der Troposphäre spielt sich nahezu das gesamte Wettergeschehen ab. über der Troposphäre liegt die Stratosphäre, dazwischen als Grenzschicht die Tropopause.
T Tauri-Sterne:
Eine kleine Unterguppe der irregulären eruptiven Veränderlichen mit etwa drei Dutzend bekannten Mitgliedern. Es handelt sich um sehr junge Sterne der Spektralklassen F bis M in der Kontraktionsphase zum Hauptreihenstern. Ihre Charakteristiken sind neben einem regellosen Lichtwechsel kleiner Amplitude ganz spezielle spektrale Eigenschaften, nämlich Emissionslinien, die auf eine ausgedehnte Gashülle hinweisen. Man findet eine erhöhte Häufigkeit von Lithium, das in den meisten anderen Sternen sehr selten ist. Die T Tauri-Sterne sind meist in diffusen Nebeln zu finden, in denen die Sternentstehung stattfindet.

Im Normalfall sind T Tauri-Sterne masseärmer als die Sonne (0,2 bis um 1, maximal 2,5 Sonnenmassen). Viele T Tauri-Sterne zeigen auch Flares, von denen man annimmt, dass sie auf der selben Weise erzeugt werden wie bei den Flare-Sternen, nämlich durch ein starkes Magnetfeld, das durch rasche Rotaion aufgebaut wird. Die Hüllen von T Tauri-Sterne bestehen aus Gas und Staub; sie haben Radien von mehreren Astronomischen Einheiten, Temperaturen um 700 K und eine hohe Leuchtkraft. Bei T Tauri-Sterne z.B. beträgt die Leuchtkraft das zehnfache der Sonnenleuchtkraft.

Tunguska-Ereignis
Es handelte sich dabei um eine durch den Einschlag eines kosmischen Körpers verursachte Katastrophe am 30.6.1908 in Sibirien am Oberlauf der steinigen Tunguska. Nach dem heutigen Stand der Forschung ist als einschlagender Körper ein Steinbrocken von etwa 70m Größe, der in 8 km Höhe explodierte, die wahrscheinlichste Ursache. Mehr darüber unter "Impact".