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Van-Allen-Gürtel:
Raumbereich um die Erde, in der elektrisch geladene Teilchen eingefangen und im Magnetfeld der Erde beschleunigt werden. Er wurde 1958 von James Van Allen und seinen Mitarbeitern bei der Auswertung der Ergebnisse des ersten erfolgreichen amerikanischen Erdsatelliten Explorer 1 entdeckt. Es gibt offensichtlich zwei Hauptbereiche. Der äußere besteht hauptsachlich aus Elektronen und ist sehr variabel, weil er empfindlich auf Ereignisse in der Sonnenatmosphäre reagiert. Der innere, stabilere Bereich besteht hauptsächlich aus Protonen. Es ist allerdings auch irreführend, von zwei getrennten Bereichen zu sprechen. Es scheint eher einen allgemeinen Gürtel, dessen Eigenschaften sich mit wachsender Entfernung zur Erde andern, zu geben. Die Van-Allen-Strahlung ist von großer Bedeutung für die Geophysik und stellt wohl die wichtigste Entdeckung der ersten Jahre praktischer Raumfahrt dar.
Venus
Die Venus hat jeder schon einmal als strahlend leuchtender Stern am Abendhimmel gesehen. Venus umkreist die Sonne zwischen Merkur und Erde. Venus ist fast so groß wie unsere Heimatwelt. Jedoch ist der Treibhauseffekt auf ihr außer Kontrolle geraten. Nach dem Verschwinden Ihrer Urozeane, falls diese überhaupt je existiert haben, gab es keine Senke mehr für das von den Vulkanen freigesetzte Kohlendioxyd CO2. Die inzwischen auf 90 Bar Bodendruck angewachsene CO2 Atmosphäre hält die Temperatur an der Venusoberfläche auf etwa 500 Grad. Eine dicke Wolkenschicht in 50 bis 70 km Höhe verhindert jeden Blick auf die Oberfläche. Erst Radarabtastung von der Erde und vorallem vom Venussatelliten Magellan zeigten Kontinente und Tiefebenen. Venus zeigt im Fernrohr Phasen wie der Mond. Steht sie fast zwischen uns und der Sonne, so sieht man eine schmale, große Sichel. Wenn sie mehr oder weniger jenseits der Sonne ist, so ist sie klein und voll. Nur mit extremen Violettfiltern soll man manchmal Strukturen in den Wolken erkennen können, sonst bleibt Venus weiß und ohne erkennbare Details. Siehe auch unter Sonnensystem, Morgenstern, Abendstern.
Veränderliche (Veränderliche Sterne):
Sterne mit Helligkeitsveränderungen innerhalb relativ kurzerZeitspannen (vgl. auch Bedeckungsveränderlicher und RR Lyrae-Veränderliche).
Veränderlichenparallaxe
Für gewisse Typen Veränderlicher (RR-Lyrae-, Delta-Cephei, W-Virginis) existiert eine sehr genau definierte Beziehung zwischen der Periode ihres Lichtwechsels und ihrer absoluten Helligkeit. Da die scheinbare Helligkeit meßbar und die tatsächliche Leuchtkraft berechenbar ist, kann man so auf die Distanz schließen.
Verbotene Linien (Übergänge):
Emissionslinien in den Spektren einiger Himmelsobjekte, die nicht im Labor erzeugt werden können. Sie entstehen, wenn ein Atom von einem metastabilen Zustand in den Grundzustand übergeht. In Gasen hoher Dichte wird ein in einem metastabilen Zustand verharrendes Elektron durch Zusammenstösse mit anderen Atomen aus diesem Zustand hinausgeworfen, lange bevor es Gelegenheit hat, durch Ausstrahlung eines Photons von selbst in einen einergieärmeren Zustand zu kommen. In den extrem verdünnten Gasen in der interstellaren Materie sind Zusammenstösse zwischen Gasatomen recht selten. Hier kann ein Elektron so lange im metastabilen Zustand verweilen, bis es von sich aus den Quantensprung ausführt und dabei Licht mit einer "verbotenen" Spektrallinie aussendet.
Vertikalkreise
Alle Großkreise der Himmelskugel um den Beobachter, die durch Zenit und Nadir laufen, heißen Vertikalkreise. Sie schneiden den Horizont senkrecht.
Verzögerungs-Parameter:
Der Faktor, um den sich die Fluchtgeschwindigkeit ferner Glaxien verlangsamt.
Virialsatz:
Virial-Theorem besagt, daß in einem abgeschlossenen System, wo Körper durch die Gravitationskräfte aneinander gebunden sind, über einen längeren Zeitraum betrachtet die durchschnittliche kinetische Energie die Hälfte der potentiellen Energie beträgt.
Visionsradius:
Sichtlinie, Sehlinie, die Verbindungslinie zwischen Beobachter und Gestirn.
Viskosität:
Die innere Reibung in Gasen und Flüssigkeiten, in der sich die zwischen den zusammenstoßenden Atomen und Molekülen wirkenden Kräfte äußern. Sie nimmt mit zunehmender Temperatur ab.
Vorhauptreihenstern
Es handelt sich dabei um einen Stern, der gerade aus einer interstellaren Gaswolke entsteht. Er befindet sich noch nicht im Gleichgewicht und bewegt sich im HRD von links nach rechts. Zuerst nimmt seine Leuchtkraft ab um dann wieder anzusteigen. Der Vorhauptreihestern bezieht seine Energie durch Zusammenziehen aus der Schwerkraft. Erst kurz vor Erreichen der Hauptreihe zündet die Kernfusion im Inneren.
Voyager:
Voyager, Bezeichnung für zwei amerikanische Raumsonden, die zur Erforschung der äußeren Planeten entwickelt und 1977 gestartet wurden. Voyager 1 flog am 5.3.1979 in 350000km Abstand am Jupiter vorbei und am 12.11.1980 passierte Voyager 1 in 124200km den Saturn. Voyager 2 passierte Jupiter am 9.7.1979 in 714000km Entferung, Saturn am 25.8.1981 in 101300km Abstand und Uranus am 24.1.1986 in 107000km Entfernung und schließlich Neptun im August 1989.
Vorübergang
Unter einem Vorübergang versteht der Astronome das Erscheinen eines Planeten als schwarzer Punkt vor der Sonnenscheibe. Dies tritt dann ein, wenn ein innerhalb der Erdbahn kreisender Planet (also Merkur und Venus) genau zwischen uns und der Sonne steht. Es handelt sich also um eine Art ringförmige Sonnenfinsternis. Zur Beobachtung des in der Regel ein paar Stunden dauernden Phänomens ist ein Fernrohr (MIT ENSPRECHENDEN SONNENFILTERN AUSGESTATTET) empfehlenswert, obwohl erfahrene Sonnenbeobachter behaupten, sie hätten das winzige Merkurscheibchen als schwarzes Pünktchen von bloßem Auge vor der Sonne erkennen können. Die nächsten von Europa aus beobachtbaren Merkurvorübergänge finden am 7. Mai 2003, 9. Mai 2016, 11 November 2019 und am 7. November 2032 statt.

Venusvorübergänge sind sehr seltene Ereignisse. Sie folgen einander in Intervallen von 8, 105.5, 8, 121.5, 8, 105.5, 8, 121.5, .. Jahren. Der letzte Venusvorübergang fand am 6. Dezember 1882 statt, das nächste Mal wird Venus am 8. Juni 2004 vor der Sonne stehen. Von Mars aus gesehen gibt es etwa einmal pro Jahrhundert ein Erde und Mond Vorübergang. Vielleicht werden in fernerer Zukunft auch einmal Erdvorübergänge bestaunt werden können.

Vulkan:
Name eines hypothetischen Planeten, von dem einmal angenommen wurde, daß er sich naher als Merkur um die Sonne herumbewegt. Es ist mittlerweile bewiesen, daß Vulkan nicht existiert.