Ein paar Sätze zum Thema Filmentwicklung und Weiterverarbeitung
Filmentwicklung
Warum selbst entwickeln? Nun auf der einen Seite sind die Entwicklungslabors, die die
Filme durch Ihre Automaten schicken. Das Problem hierbei ist, das zu dunkle oder schwarze
Bilder von der Maschine als "Abfall" aussortiert werden. Auf der anderen Seite
der Film, der jede "Minute" die er belichtet lagert, zur Verschlechterung der
Bildqualität beiträgt. Die Entwicklung von Schwarzweiß- bzw. Farbfilmen kann jeder
Hobbyastronom in kürzester Zeit erlernen.
Schwarzweiß
Die Entwicklung von Schwarzweiß-Filmen ist sehr einfach. Die hierfür
benötigten Gerätschaften sind sogar recht preiswert, was man auch von den
Chemikalien sagen kann. Anders als bei Farbfilmen, deren Entwicklung nach einem
einheitlichen Standard geschieht, sind für Schwarzweiß-Filme die
unterschiedlichsten Entwickler erhältlich, mit denen man bestimmte
Filmeigenschaften beeinflussen kann und auch soll.
Diese Spezialbehandlung, die bei Großformatnegativen mitunter so weit geht, daß
jedes einzelne Negativ anders und vielleicht auch in einem anderen Entwickler
entwickelt wird, läßt es absolut nicht ratsam erscheinen, Schwarzweiß-Filme in
einem kommerziellen Labor entwickeln zu lassen. Dort nämlich werden erstens
Schwarzweißfilme stiefmütterlich behandelt und zweitens alle bei gleicher
Entwicklungszeit durch eine Standardentwicklerbrühe gezogen. Entsprechend
schlecht sind die Resultate. Denn jeder Schwarzweiß-Film ist anders und hat
seine ganz spezielle Entwicklungszeit im jeweiligen Entwickler. Hierfür gibt es
sowohl seitens der Film- als auch der Entwicklerhersteller umfangreiche
Tabellen. Wer engagiert fotografiert, wird sogar hingehen und seine Filme auf
den oder die Lieblingsentwickler eintesten, was ebenfalls nicht sehr schwierig
ist.
Im Gegensatz zur Entwicklung von Farbfilmen lohnt sich das Selbstentwickeln von
Schwarzweiß-Filmen in jeder Hinsicht (auch finanziell), sofern man nicht
Silvester, Ostern und Weihnachten auf einen Film bekommt
Nachfolgend sind Gerätschaften aufgelistet, die man für die Entwicklung von Schwarzweiß-Filmen benötigt. Das Schöne daran ist, daß diese nicht teuer sind, trotzdem aber auch gehobenen Ansprüchen genügen. Einiges werden Sie sicherlich bereits im Haushalt haben. Wenn man in Erwägung zieht, dieses Hobby dauerhaft zu betreiben, sollte man gleich eine Entwicklungsdose kaufen, die sowohl modular ausbaubar als auch an einer Rotationsentwicklungsmaschine verwendet werden kann. Denn wenn Sie erst einmal "Blut geleckt" haben, werden Sie vielleicht auch auf die Idee kommen, auch Farbfilme entwickeln zu wollen - das ist nämlich abgesehen von der höheren Prozeßtemperatur, die genau eingehalten werden muß, kaum komplizierter als das Schwarzweißentwickeln.
| 1. | Entwicklungsdose mit Deckel für Kippentwicklung (Wenn Sie diese kaufen, dann am besten eine, die Sie ggf. mit einer Rotationsentwicklungsmaschine weiterverwenden können) |
| 2. | Filmpatronenöffner (zur Not auch Flaschenöffner) |
| 3. | Thermomether (+/-0,5 °C oder besser) |
| 4. | Meßzylinder 100 ml zum Abmessen größerer Volumina |
| 5. | Pipette 5ml oder 10 ml, möglichst mit Gummibirne (nur bei stark konzentrierten Entwicklern) und/oder Meßzylinder 25 ml (bei nicht so konzentrierten Entwicklern) zum Abmessen kleinerer Volumina |
| 6. | Filmklammern oder notfalls stramme Wäscheklammern zum Aufhängen der Filme |
| 7. | Stoppuhr (oder Eieruhr bzw. anderen Kurzzeitmesser) |
| 8. | Trichter |
| 9. | 3 Chemikalienflaschen für die Lösungen |
Wenn Sie sehr viele Filme entwickeln, wird es Ihnen vielleicht auf Dauer
lästig sein, die ganze Entwicklung von Hand machen zu müssen. Eine sehr
preisgünstige Lösung, wenigstens das Wässern der Filme nicht in Arbeit
ausarten zu lassen, ist ein Filmwässerungszusatz für die Entwicklungsdose.
Es handelt sich hierbei um einen speziellen Schlauch, den man auf der einen
Seite an den Wasserhahn anschließt und auf der anderen in die
Entwicklungsdose steckt. Dies hat den Vorteil, daß man während der Wässerung
die Dose weder kippen noch neu befüllen muß. Meines Wissens ist ein solcher
Zusatz nur von der Firma Jobo erhältlich und paßt nur auf die Dosen dieser
Firma.
Wer sich die Arbeit weiter erleichtern will, kann sich einen sogenannten
Prozessor (hat nichts mit Rechnern, CPUs usw. zu tun) anschaffen. Es handelt
sich um Rotationsentwicklungsmaschinen, die die Bewegung während der
Entwicklung übernehmen. Sie müssen nur noch gemäß der einzuhaltenen Zeiten
Entwicklerlösung, Stoppbad und Fixierbad einfüllen - den Rest erledigt die
Maschine. Diese Prozessoren besitzen ein Wasserbad, das mittels der
eingebauten Heizung auf konstanter Temperatur gehalten werden kann, was für
Schwarzweißentwicklung nicht so sehr, für Colorverarbeitung aber sehr
wichtig ist, wofür diese Maschinen ursprünglich auch konstruiert wurden.
Wenn Sie sich zum Kauf einer solchen Maschine entschließen, sollten Sie auch
gleich den Kauf eines sogenannten Lifts in Erwägung ziehen. Dieser
ermöglicht den Austausch der verschiedenen Lösungen, ohne dauernd die
Entwicklungsdose an- und abkuppeln zu müssen; er stellt eine echte
Erleichterung dar und ist wärmsten zu empfehlen. Marktführer für solche
Prozessoren ist die Firma Jobo, die vom einfachen, manuell zu bedienenden
Prozessor, bis zum vollautomatisch arbeitenden (d.h. incl. automatischem
Lösungsaustausch!) Gerät mehrere Zwischenstufen anbietet. Leider sind
Rotationsentwicklungsmaschinen aufgrund der geringen Stückzahlen relativ
teuer. Deshalb sollten Sie darüber nachdenken, ob für Sie nicht der Erwerb
eines gebrauchten Geräts in Betracht kommt. Denn diese waren ursprünglich
vor allem auch für die Entwicklung von Papierbildern in Farbe gedacht, die
noch vor wenigen Jahren langwierig und kompliziert war. Heute hat sich
hierfür jedoch der Prozeß RA-4 durchgesetzt, der die Trommelentwicklung
weitgehend überflüssig gemacht hat. Aus diesem Grund kann man gebrauchte
Maschinen teilweise sehr preisgünstig kaufen.
Weiterhin werden Sie sich wahrscheinlich nicht mit einem Meßzylinder
zufriedengeben, da es einfacher ist, beispielsweise mit einem
250-ml-Meßzylinder eine Menge von 220 ml abzumessen als hierfür einen
100-ml-Zylinder zweimal ganz zu füllen und dann nochmal 20 ml abzumessen.
Ähnliches gilt für die Pipetten. Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee,
aus Kostengründen nur den größten erhältlichen Meßzylinder und die größte
Pipette zu kaufen. Da Fotolösungen meist sehr genau abgemessen werden
müssen, würden Sie auf Schwierigkeiten stoßen, z.B. mit einem
500-ml-Meßzylinder 27,5 ml in der erforderlichen Genauigkeit abzumessen. Um
Ihnen einen Anhaltspunkt zu geben: Ich empfehle Pipetten in der Größe 5 ml,
10 ml und 25 ml sowie Meßzylinder in der Größe 50 ml, 100 ml und 250 ml
(ggf. auch 500 ml). Man kann natürlich auch einen Meßzylinder mit 25 ml
statt einer gleichgroßen Pipette nehmen; die Pipette bietet jedoch eine
höhere Genauigkeit. Pipetten sind grundsätzlich aus Glas und sollten mit
einer Gummibirne zum Heben der Flüssigkeiten ausgestattet sein, denn
Fotolösungen sind teilweise beim Verschlucken giftig. Außerdem kann man
genauer arbeiten als mit dem Mund anzusaugen und dem Finger die Öffnung zu
verschließen. Meßzylinder werden aus Glas, glasklarem Kunststoff und
milchigem Kunststoffe hergestellt. Für die reine Anwendung im Fotolabor ist
glasklarer Kunststoff genausogut geeignet wie Glas; Meßzylinder aus
milchigem Kunststoff sollte man nicht kaufen, da hierbei die Ablesbarkeit
leidet.
Für das Trocknen der Filme tut es zwar grundsätzlich jeder einigermaßen
staubfreie Raum, eine kurze Durchlaufzeit wird man aber erst dann erreichen,
wenn man im Besitz eines Filmtrockners ist. Dabei handelt es sich um ein
einer Duschkabine nicht unähnliches Gerät (natürlich besitzt es deutlich
weniger Grundfläche!), in dessen Innenraum die Filme gehängt werden. Mit
einem Gebläse wird je nach Gerät entweder kalte oder durch die eingebaute
Heizung erwärmte Luft in diesen Raum geblasen, die zuvor einen Staubfilter
passieren muß. Zum Trocknen der Filme ist ein normaler Fön übrigens absolut
ungeeignet. Dieser bläst nämlich alle möglichen Fussel und Staubpartikel auf
die empfindliche Schicht, von der sie beim Trocknen aufgenommen werden und
nicht mehr ohne Beschädigung entfernt werden können. Ich selbst trockne
meine Filme aber immer noch im kühlen, staubarmen Keller. Das Trocknen
dauert zwar recht lange, entschädigt wird man jedoch durch staub- und
trockenflecken-freie Negative.
Das Entwickeln von Schwarzweiß-Filmen ist weder schwierig noch sind die
hierfür erforderlichen Gerätschaften teuer. Und aufgrund der schlechten
Qualität der S/W-Filmentwicklung in Großlabors ist das Selbstentwickeln von
Schwarzweißfilmen allerwärmstens zu empfehlen. Welche Geräte Sie hierfür
benötigen, können Sie unter
Geräte für
S/W-Negativ-Entwicklung nachlesen. Ziel ist es, jemandem, der noch nie
Filme entwickelt hat, die Grundkenntnisse zu vermitteln. Die höheren Weihen
(Zonensystem usw.) sind es sicher wert beschrieben zu werden, sprengen aber
leider den Rahmen. Bitte beachten Sie, daß in der nachfolgend beschriebenen
Art und Weise nur Schwarzweißfilme auf Silberbasis entwickelt werden können.
Die sogenannten chromogenen Schwarzweißfilme wie z.B. Ilford XP-2 müssen wie
Farbfilme entwickelt werden. Die Packung dieser Filme ist dann
gekennzeichnet in der Art "Zu entwickeln im Prozeß C41".
Die umgangssprachlich als Entwickeln eines Films bezeichnete Tätigkeit
gliedert sich in mehrere Arbeitsschritte: Filmpatrone öffnen und Einspulen
in die Spirale der Filmentwicklungsdose, Entwickeln, Stoppen, Fixieren und
Wässern.
Beim Belichten des Films in der Kamera wird dieser mit dem Helligkeitsmuster
des fotografierten Gegenstands belichtet. Dieser besteht grob gesagt aus
einem Kunststoffträger, der einseitig mit einer Schicht aus Gelatine, in der
als lichtempfindlicher Stoff Silberhalogenid enthalten ist, versehen. Dort,
wo viel Licht auf den Film auftrifft, entstehen viele sogenannte
Entwicklungskeime. Dort, wo wenig Licht auftrifft, entstehen entsprechend
wenige Entwicklungskeime. Als Entwicklungkeim bezeichnet man hierbei
einzelne Silberatome, die durch Lichteinwirkung aus dem Silberhalogenid
entstehen. Chemiker bezeichnen dies als Reduktion von Silberionen.
Beim Entwickeln bewirken diese Entwicklungskeime die Entstehung von
metallischen Silber. Weil dieses feinstverteilt auftritt, wirkt dieses für
das Auge mitnichten metallisch blank sondern mehr oder minder schwarz. Wo
viele Entwicklungskeime vorhanden sind, entsteht viel Silber d.h. eine tiefe
Schwärzung und dort, wo wenige Entwicklungskeime vorhanden sind,
entsprechend wenig Silber d.h. ein mehr oder weniger helles Grau. Damit hat
man ein Abbild des fotografierten Objekts in umgekehrten Helligkeitswerten,
d.h. ein sogenanntes Negativ erzeugt.
Nun könnte man meinen, man sei schon fertig. Das ist aber nicht ganz der
Fall. Setzt man das so hergestellte Negativ nämlich dem Licht aus, wird es
mit der Zeit schwarz. Was ist passiert? Nun, was während der gewollten
Belichtung in der Kamera passiert, passiert auch danach: Es bilden sich
Entwicklungskeime, d.h. atomares Silber. Wird sehr lang belichtet, und das
ist z.B. beim Betrachten oder dem Herstellen eines Abzugs der Fall, wandelt
sich nach und nach sämtliches Silberhalogenid in feinstverteiltes
metallisches Silber um. Resultat: Das Negativ wird schwarz. Um dies zu
verhindern, braucht man lediglich das überschüssige Silberhalogenid nach dem
Entwickeln zu entfernen. Genau dies erledigt das Fixierbad.
Um ein Vergilben zu vermeiden, wird anschließend der entwickelte und
fixierte Film gewässert. Durch das Wässern werden alle Chemikalien
ausgeschwemmt, und der Film ist haltbar. Bei sorgfältiger Arbeit ist locker
von 100 Jahren auszugehen.
Sollten Sie jetzt deutliche Ähnlichkeiten zum Herstellen von
Abzügen von
Negativen erkennen, so sollten Sie sich nicht wundern. Denn die
chemischen Vorgänge sind grundsätzlich die gleichen. Unterschiede bestehen
im wesentlichen im Trägermaterial (klarer Kunststoff bei Filmen und weißer
Kunststoff oder Barytpapier bei Fotopapier) und in den Eigenschaften der
Schicht, d.h. der Gelatine mit den Silberhalogenidkristallen.
Zuerst einmal muß der Film aus der Filmpatrone in die Spirale der
Filmentwicklungsdose. Da nun einmal ein fotografischer Film seinem Zweck
entsprechend lichtempfindlich ist, darf dies nur bei absoluter Dunkelheit
erfolgen. Ausnahme von dieser Regel sind bestimmte Spezialfilme wie z.B.
orthochromatische Filme, die jedoch in der bildmäßigen Fotografie nur in
Ausnahmefällen verwendet werden.
Zum Öffnen der Filmpatrone benötigen Sie einen speziellen
Filmpatronenöffner, der fast so aussieht wie ein Flaschenöffner und auch so
arbeitet. Die Filmpatrone besteht aus einem zylindrisch aussehenden
Mittelteil, das an beiden Enden mit zwei Deckeln verschlossen ist. Zum
Öffnen setzt man den Filmpatronenöffner an einem der beiden Deckel an und
entfernt diesen. Beim Umdrehen fällt dann der Film meistens von alleine aus
der geöffneten Patrone. Zum Öffnen muß man (je nach Filmmarke)
unterschiedlich hohe Kräfte aufwenden. Manche Hersteller pressen die beiden
Deckel nur auf, andere verkleben diese zusätzlich. Im letzten Fall sind
natürlich recht hohe Kräfte erforderlich. Mit ein wenig Geschick kann man
zum Öffnen übrigens auch einen ganz normalen Flaschenöffner zweckentfremden.
Allerdings paßt dieser von den Maßen her nicht sehr gut, weshalb dies nur
eine Notmaßnahme sein sollte
Sodann faßt man den Filmanfang und schneidet die Lasche mit einer ganz
normalen Haushaltsschere ab. Den Film spult man dann in die bereitliegenden
Spirale (d.h. den "Halter") ein. Hierfür gibt es unterschiedliche Systeme.
Wie das Einspulen bei Ihrer Entwicklungsdose erfolgen muß, entnehmen Sie
bitte der Bedienungsanleitung. Bei den verbreiteten Dosen der Firma Jobo
beispielsweise besteht die Spirale aus zwei gegeneinander verdrehbar
angeordneten Hälften. Zuerst einmal fädelt man den Filmanfang in die Spirale
ein. Dann fördert man den Film durch zyklisches Verdrehen der beiden Häften
nach innen. Dies erfolgt dadurch, daß man die Spirale in einer bestimmten
Weise anfassen muß. Durch Festklemmen des Films mit den Fingern während des
Verdrehens wird der Fördervorgang erreicht. Das hört sich kompliziert an,
ist in der Praxis aber sehr einfach. Gute Bedienungsanleitungen sind
übrigens illustriert. Den fast vollständig eingespulten Film schneidet man
sodann so nah wie möglich am Wickelkern ab und spult nun ganz ein. Die
Spirale befördert man dann in die Dose und verschließt diese mit dem Deckel
lichtdicht. Je nach Dose muß vorher die Spirale auf ein Achsrohr aufgesteckt
werden. Ab jetzt darf man im Hellen weiterarbeiten.
Wichtig ist, daß der Raum, in dem die Filmpatrone geöffnet wird, wirklich
ABSOLUT lichtdicht ist. AlsTest sollten Sie den hierfür geplanten Raum
abdunkeln und mindestens 10 Minuten (in Worten: zehn) dort verbleiben, ohne
das Licht einzuschalten, um die Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Am
besten nehmen Sie einen Kurzzeittimer mit und schließen während der
Wartezeit die Augen. Wenn Sie dann die Augen öffnen, werden Sie
wahrscheinlich überrascht sein, wieviel Licht noch durch Schlüssellöcher,
Türspalte, Rolläden usw. in den vermeintlich stockdüsteren Raum noch
hineinkommt. Türspalte kann man oft mit einem davorgelegten Handtuch
"abdichten" und Schlüssellöcher mit lichtundurchlässigem Klebeband abkleben.
Bei Rolläden und größeren Flächen wird es schon schwieriger. Vielleicht
können Sie allein für das Einspulen einen besser geeigneten Raum finden.
Ansonsten bietet es sich an, nur dann Filme einzuspulen, wenn es draußen
dunkel ist. Sie sollten sich vor Augen halten, daß der Film in der Kamera
mitunter weniger als eine tausendstel Sekunde belichtet wird. Somit können
Sie sich ausmalen, wie dunkel es sein muß, damit die ungewollte Belichtung
während des in der Größenordnung Minuten dauernden Einspulens keinen Schaden
anrichtet.
Zuerst einmal müssen Sie den Entwickler, das Stoppbad und das Fixierbad
ansetzen. Hierzu benötigen Sie ein Negativentwicklerkonzentrat, ein
Stoppbadkonzentrat (ersatzweise reine Essigsäure) und ein
Fixierbadkonzentrat, das Sie im Fotolaborhandel kaufen können. Gemäß der
Herstelleranweisung werden diese Konzentrate mit Wasser verdünnt. Die
Wassertemperatur sollte ungefähr der Raumtemperatur entsprechen. Bitte geben
Sie acht, daß keine Spritzer vom Stopp- oder Fixierbad in den Entwickler
gelangen. Außerdem sollten Sie bei der Herstellung der Entwicklerlösung
nicht allzu stürmisch rühren oder gar schütteln, da der Luftsauerstoff den
Entwickler oxidiert und damit langsam unbrauchbar macht.
Der Entwickler ist im Fotolaborhandel in meist konzentrierter Form
erhältlich. Selten geworden ist Pulver, das Sie in Wasser auflösen müssen.
Für den Anfang tut es jeder beliebige Negativ-Entwickler, bei dem für die
Filmsorte, die Sie verwenden, eine Entwicklungszeit angegeben ist. Zuerst
einmal müssen Sie in Erfahrung bringen, welche Menge an Entwicklerlösung Sie
für Ihre Dose benötigen. Dieser Wert ist oft auch aufgedruckt. Maßgebend ist
der Wert für die sogenannte Kippentwicklung (das ist der größere der
mitunter zwei angegebenen Werte). Wichtig ist, daß die Mindestfüllmenge
nicht unterschritten wird. Allerdings darf die Dose auch nicht ganz voll
gefüllt werden. Am besten addieren Sie ein Zehntel der Füllmenge hinzu; dann
sind Sie auf der sicheren Seite. Nun brauchen Sie nur noch das
Entwicklerkonzentrat gemäß Herstellervorschrift verdünnen, und schon kann's
losgehen. Die Temperatur sollte ungefähr zwischen 20 und 22 °C liegen.
Die herausgefundene Füllmenge gilt auch für die übrigen Fotolösungen, was
auch auf die Temperatur zutrifft. Starke Temperaturunterschiede von mehr als
ca. 5 °C müssen vermieden werden, da ansonsten aufgrund thermischer
Verspannungen die Schicht ähnlich wie in ausgetrockneten Flußläufen
aufplatzt. Falls Sie gerade kein Stoppbadkonzentrat zur Hand haben, können
Sie im Notfall auch farblose Essigessenz nehmen, die mit der neunfachen
Menge Wasser verdünnt wird, sofern die Essigessenz eine Konzentration von
20% besitzt. Dies ergibt dann eine 2%ige Lösung.
Stellen Sie die Dose aufrecht vor sich hin. Messen Sie dann die
Temperatur des Entwicklers. Sie sollte im Bereich von 20 bis 22 °C liegen.
Zu der gemessen Temperatur entnehmen Sie für Ihre Filmsorte die
erforderliche Entwicklungszeit und stellen Ihren Kurzzeittimer auf diesen
Wert ein. Gießen Sie nun den Entwickler in die Dose und starten mit Beginn
des Eingießens den Timer. Setzen Sie sodann den Deckel auf und drehen die
Dose ungefähr zweimal ruckartig hin und her. Die Drehung muß schnell sein,
damit eventuell am Film anhaftende Luftbläschen weggerissen werden. Sodann
beginnt das Kippen: Nehmen Sie die Dose ist die Hände, stellen Sie in einer
mäßig schnellen Bewegung kurz (ca. 1 bis 2 Sekunden) auf den Kopf und lassen
in aufrechter Stellung den Entwickler wieder zurückfließen. Nach jeweils 5
Sekunden wiederholen Sie diesen Vorgang solange, bis 30 Sekunden vergangen
sind, und stellen die Dose wieder auf den Tisch. Bei jeder vollen Minute
kippen Sie die Dose erneut zweimal und stellen sie wieder hin. Nach Ablauf
der Entwicklungszeit gießen Sie den Entwickler aus.
Damit die Entwicklung nicht mit der in der Dose verbleibenden Restmenge
an Entwickler unkontrolliert weiterläuft, gießt man nun das sogenannte
Stoppbad ein. Durch den sauren Charakter wird die Entwicklung augenblicklich
gestoppt. Kippen Sie die Dose nach dem Einfüllen ein paar Mal. Nach einer
Einwirkdauer von mindestens 30 Sekunden (bzw. der Herstellerangabe) wird das
Stoppbad dann wieder ausgegossen. Diese Zeit ist nicht sehr kritisch,
allerdings sollten Sie es nicht übertreiben und das Stoppbad mehr als 5
Minuten einwirken lassen.
Gießen Sie nun das Fixierbad ein und starten beim Eingießen den Timer.
Kippen Sie die Dose nun sofort ein paar Mal und stellen Sie sie wieder auf
den Tisch. Wie beim Entwickeln sollten Sie nach Ablauf jeder Minute die Dose
zweimal kippen. Nach der vom Hersteller angegebenen Fixierzeit wird die
Lösung ausgegossen.
Als letzter Schritt muß der Film ausgiebig gewässert werden. Hierzu sind
mehrere Wasserwechsel erforderlich, wobei das Wasser wieder einer Temperatur
von ca. 20 bis 22 °C besitzen muß. Füllen Sie jeweils eine Menge Wasser ein,
die mindestens der Mindestfüllmenge entspricht, kippen ein paar Mal und
stellen dann die Dose wieder hin. Die Zeiten zwischen den Wasserwechseln
sind nicht konstant sondern nehmen zu: Zuerst wird viermal ungefähr alle 30
Sekunden gewechselt und dann jeweils nach Ablauf von einer, zwei, vier und
acht Minuten. Bei den längeren Zeiten ist es empfehlenswert alle 30 Sekunden
bis 1 Minute die Dose zweimal zu kippen. Die angegebenen Zeiten sind
ausreichend, um einigermaßen archivfeste Negative zu erhalten. Machen Sie
nicht den Fehler, stundenlang zu wässern, da bei längerer Wässerung die
Gelatine anfängt zu wandern und damit das Bild unscharf werden kann!
Das Trocknen erfolgt im einfachsten Fall an einem staubfreien Ort. Sie sollten sich ein für Fotozwecke geeignetes Netzmittel kaufen und den Film vor dem Aufhängen darin nach Herstellervorschrift baden. Als Gefäß eignet sich eine kleine Schüssel sehr gut. Der Film wird dann einfach an einem Ende langsam aus dem Bad herausgezogen und z.B. mit einer starken Wäscheklammer an einer Wäscheleine o.ä. aufgehängt. Das andere Ende des Films wird mit einer weiteren Wäscheklammer beschwert. Das Wasser läuft langsam herunter und der Film trocknet im Verlauf weniger Stunden. Statt Wäscheklammern sollten Sie nach Möglichkeit spezielle Filmklammern verwenden. Denn diese besitzen eine Verzahnung, die das Herausrutschen Ihrer Filme zuverlässig verhindert. Es wäre doch schade, wenn ein Film wegen weniger Mark Ersparnis auf den Boden fallen und die empfindliche Schicht Schaden nehmen würde! Wer es besonders eilig hat, kann eine Schnelltrocknungsflüssigkeit kaufen, in der der Film gebadet wird. Nach dem Herausziehen trocknet der Film innerhalb weniger Minuten. Bitte beachten Sie, daß dieses ausschließlich für Schwarzweißfilme auf Silberbasis geeignet ist. Sowohl Farbfilme als auch chromogene Schwarzweißfilme (z.B. Ilford XP-2) nehmen darin Schaden.
Entwicklungsdaten für den Kodak TP 2415 © B. Koch
| Objekt | Entwickler | Konzentration | Zeit/min bei 20 C° | Kipprythmus/s |
|---|---|---|---|---|
| Deep-Sky | D19 | unverdünnt | 6 | 30 |
| Deep-Sky | Microphen | unverdünnt | 20 | 30 |
| Deep-Sky | Dokumol | 1+9 | 8 | 30 |
| Deep-Sky | Dokulith | 1+3 | 40 | 30 |
| Mond | Rodinal | 1+50 | 8 | 10 |
| Sonne (Protuberanzen) | Rodinal | 1+100 | 20 | 10 |
| Sonne (Flecken) | D19 | unverdünnt | 8 | 10 |
| Planeten (Venus) | Rodinal | 1+50 | 8 | 10 |
| Planeten (Mars) | Rodinal | 1+50 | 15 | 10 |
| Planeten (Jupiter) | Dokumol | 1+9 | 30 | 10 |
Es ist möglich, zuhause Farb-Diafilme zu entwickeln, die nach dem E6-Verfahren verarbeitet werden. Dies sind alle am Markt befindlichen Filme, ausgenommen die Kodachromes (K25, K64, K200), die immer mit Entwicklung im Kodak-eigenen Labor verkauft werden.
Ergebnisse wie aus dem Fachlabor oder einem sehr guten Großlabor sind zu
Hause nur mit hohem technischem Aufwand und großem finanziellen Einsatz möglich,
denn alle Bäder müssen auf 0,05 pH-Wert sowie 0,2°C genau temperiert werden
können, die Entwicklungszeit- und -Methode muß exakt wiederholbar sein, die
Chemie sollte möglichst nur einmal benutzt werden. Um dieses zu gewährleisten,
braucht man Equipment für deutlich über 2500 Euro.
Ergebnisse, die dem normalen Großlabor nur unwesentlich nachstehen, erfordern
weniger Aufwand, der Einsatz eines Temperiererbades und eines Dosenrotieres
sowie der Einsatz von Aqua Destilata reichen aus.
Selbst wer nur erstmal "reingeschnuppert", die Chemie auf ein - zwei Grad genau
temperiert und die Dosen nach Stoppuhr schüttelt, kann gute Ergebnisse erzielen.
Ob diese dann aber reproduzierbar sind, mag bezweifelt werden. Spaß machts auf
jeden Fall.
Wer "das Letzte" an Qualität aus den Dias herausholen will, kommt um ein gutes
Fachlabor nicht herum. Der Prozesss E6 ist dort besser aufgehoben, denn
Bildfehler sind anders als bei C41/RA4 nicht korrigierbar, die Dialeinwand zeigt
Farbstiche unparteiisch an. Wer seine Dias nur anschließend einscannt, kann sich
leichte Farbfehler erlauben, diese werden dann per EBV "geradegerechnet".
Alle nötige Chemie ist im Kit enthalten, das Stabibad ist möglichst mit entmineralisiertem Wasser anzusetzen.
Der E6-Prozeß ist recht abhängig von Zeit und Temperatur. Die Temperatur
ist für reproduzierbare Ergebnisse auf 0,2°C konstant zu halten, die Zeiten
auf unter 10 Sekunden. Wer bislang SW-Filme "geschüttelt" hat, mußte die
Temperatur höchstens auf 1 bis 2°C einhalten, die Zeiten auf 15-30 Sekunden.
Bei der Dosenentwicklung verwendet man die Chemie mehrmals, muß aber beim
zweiten und dritten Mal die Zeiten verlängern. Die Kapazität von 6 Filmen pro
0,5-Liter-Kit wird laut Anleitungsheft nur dann erreicht, wenn man drei Mal
jeweils zwei Filme entwickelt. Entwickelt man jeweils nur einen Film, dann ist
die maximale Filmmenge nur drei Stück. Der Hersteller hat sich mit diesen
Angaben gegen Fehlentwicklungen abgesichert; Berichte von Anwendern, die
sechsmal jeweils nur einen Film erfolgreich entwickelt haben oder die
angegebenen Haltbarkeitszeiten der Ansätze (mit Protectan abgesprüht in
dunkler Glasflasche aufbewahrt) überschritten und immer noch gute Dias
entwickelten, liegen vor. Wie gesagt, ob nach 3 Monaten im 500ml-Kit der
siebte Film mit entsprechender Verlängerung entwickelt werden kann, ist nicht
garantiert.
Wenn hier Gleichzeitig steht, dann heißt das, eingießen und die Stopuhr betätigen. Die Zeiten bewegen sich zwischen 4 und 8 Minuten, die Zeitabweichung durch das Eingießen (dauert je nach Dose 15-20 Sekunden) kann sich im Dia bemerkbar machen. Wichtig ist die Wiederholgenauigkeit! Immer den selben Zeitpunkt zum Stoppen nehmen! Dabei sind aber die Zeiten der Anleitung nur Anhaltspunkte, die auf die eigene Entwicklungsmethode abzustimmen sind. Hat man jedoch die richtige Zeit herausgefunden, dann muß diese recht genau eingehalten werden.
Lohnt es sich? Jein. Das Großlabor macht es übernacht für etwa 2 - 3 Euro in meist guter bis sehr guter Qualität. Kratzer auf den Filmen gehören dort zur Seltenheit, Staub auch. Die Farben sind neutral, die Dichten praktisch immer gleich. Zwar sind Ausreißer im Labor möglich (auch dort arbeiten Menschen), aber die Bildqualität ist meines Erachtens der Selbstentwicklung überlegen. Denn:
Ergo: Nur wer die Bilder am Wochenende schnell braucht, wenn das Großlabor
geschlossen hat, oder den Film über- oder unterbelichtet hat (und nicht ins
Fachlabor mit E6-Entwicklung zum Pullen/Pushen gehen kann), sollte
selbstentwickeln. Wer Zeit hat und Qualität erwartet, gibt die Filme ins
Großlabor, für bessere Ergebnisse ins Fachlabor. Selbstentwickeln ist oft
unsicherer und schlechter, im Vergleich zum Großlabor (meist kostet die
Diaentwicklung als Gutschein einen Euro mehr als der Film ohne) auch noch
teurer. Aber es macht Spaß, und das ist ja auch ein Argument ;-)
Erwähnt werden sollte am Schluß, daß es E6-Heimkits natürlich nicht nur von
Tetenal gibt, sondern auch von anderen Anbietern, z. B. Kodak oder Agfa.
Bei Diafilm spricht man auch von einem Umkehrfilm, da bei der Entwicklung zwei
Schritte aufeinander folgen, wobei der erste Schritt die Umkehr des zweiten ist.
Es wird nach der ersten Entwicklung das entwickelte metallische Silber gelöst,
wodurch die betroffenen Stellen durchsichtig werden. Anschließend wird erneut
entwickelt (Zwischenentwicklung), wodurch nun das noch vorhandene Bromsilber
reagiert und geschwärzt wird, bzw. mit Hilfe von Farbkupplern durch Farbstoffe
ersetzt wird. Die Entwicklung von Farbumkehrfilmen ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, als das bei
der SW-Entwicklung nötig war. Ausschlaggebend für ein optimales Ergebnis ist die
Verarbeitungstemperatur, die exakt eingehalten werden muss, sowie der Kipprhythmus
der Entwicklungsdose. Die Temperaturen findet man in den Datenblätter oder auf der Filmverpackung.
Den E6-Prozess gibt es in 2 Versionen:
1. 7 Bäder, Dauer: 32 Minuten bei 38 Grad Celsius
2. 3 Bäder, Dauer: 26 Minuten bei 38 Grad Celsius
Der Original E6-Prozess läuft wie folgt ab:
1. Erstentwicklung
2. Umkehrbad
3. Farbentwicklung
4. Konditionierbad
5. Bleichbad
6. Fixierbad
7. Stabilisierbad
verkürzter 3-Bad-Prozeß:
1. Erstentwicklung
2. Umkehr- und Farbentwicklung
3. Bleichfixierbad
Wichtig: Der Prozess ist nicht ganz so kritisch, wie immer gesagt wird,
allerdings:
Wenn nur ein Tropfen Farbentwickler in den Erstentwickler kommt, dann ist's
Essig mit den Bildschwärzen, die werden dann knallrot.
| E-6-Entwicklungkits: | Kapazität | Erfahrung |
| Agfa AP-44 | 4 Filme á 36 | schnell, unkompliziert, hat aber Grünstich |
| Kodak-Ektachrome Prozess E-6 | 34 Filme | Aufwendig, gute Farben |
| Kodak Hobby-Pac E-6 | 7 Filme | unkompliziert, hat aber Gelbstich, Dias werden zu dunkel |
| Photo Color Chrome Six | 8 Filme | unkompliziert, neutrale Farben |
| Tetenal UK-6 | 6 Filme | sehr einfach, mein LieblingsKit |
| Tetenal 3-Bad | 60 Filme | für Großentwickler, wie UK-6 |
Wie gehts:
Farbnegativentwicklung
Die Entwicklung von Farbfilmen ist gar nicht so schwierig, wie viele Leute
glauben. Insbesondere trifft dies auf Farb-Negativfilme zu, die nach dem Prozeß
C41 entwickelt werden (das sind eigentlich alle in Mitteleuropa erhältlichen
Filme). Bei den heutigen Preisen für eine Filmentwicklung, die oft genug im
Filmpreis inbegriffen ist, wird sich mancher jedoch die Frage stellen, ob es
überhaupt sinnvoll ist, den ganzen Aufwand zu Hause überhaupt zu treiben. Nun,
diese Frage kann man nicht pauschal mit ja oder nein beantworten. Aus
finanzieller Sicht wird es sich jedoch kaum lohnen; man denke allein an die
aufgewendete Zeit.
Wer nur ab und zu fürs Familienalbum knipst (wohlgemerkt: knipst und
nicht fotografiert) und dabei Ostern, Urlaub und Weihnachten auch noch
auf einen einzigen Film bekommt, der sollte auf jeden Fall entwickeln lassen
statt selbst Hand anzulegen.
Wer allerdings deutlich mehr Filme verbraucht, nicht lange auf die Entwicklung
warten will, idealerweise auch selbst Vergrößerungen davon anfertigt, seine
Negative nicht aus der Hand geben will, seine Negative nach speziellen Verfahren
(z.B. Push-Entwicklung) entwickeln will oder schlicht nicht toleriert, daß die
Fotolabors die Filme in 3er- oder 4er-Streifen zerschneiden, damit man sie bloß
nicht in den üblichen Pergaminhüllen archivieren kann, die für 6er-Streifen
ausgelegt sind, sollte jedoch durchaus überlegen, ob das Selbstentwickeln nicht
eine empfehlenswerte Alternative darstellt. Ein weiterer Grund könnte einfach
"der Spaß an der Freud' " sein, denn es ist ja ein Hobby.
Wenn man dieses ernsthaft betreiben will, ist allerdings die Anschaffung einiger
Gerätschaften erforderlich, die nicht ganz zu vernachlässigende Kosten
verursachen, wenn man sie neu kauft. Zum Ausprobieren, ob man in Zukunft
Farbfilme selbst entwickeln möchte, kann man sich jedoch zunächst mit
Provisorien behelfen, die nicht viel kosten.
Für den ernsthaften Hobbylaborbetreiber empfehlenswert ist eine sogenannte
Rotationsentwicklungsmaschine, bei der die Entwicklungsdose, die den oder die
Filme enthält, in einem temperierten Wasserbad rotiert. Marktführer hierfür ist
die Firma Jobo. Wenn Sie die Anschaffung einer solchen Maschine ins Auge fassen,
dann sollten Sie auch gleich den sogenannten Lift, der das Befüllen und
Entleeren der Entwicklungsdose ohne nerviges An- und Abkuppeln ermöglicht,
mitkaufen; er stellt eine echte Arbeitserleichterung dar.
Um auszuprobieren, ob das Selbstentwickeln von Farbfilmen Ihr neues Hobby
werden könnte, benötigen Sie nicht unbedingt teure Geräte. Es genügt, wenn Sie
folgende Gerätschaften zur Verfügung haben, die Sie vielleicht sogar ausleihen
können. Einiges werden Sie sicherlich bereits im Haushalt haben.
| 1. | Entwicklungsdose mit Deckel für Kippentwicklung (Wenn Sie diese kaufen, dann am besten eine, die Sie ggf. mit einer Rotationsentwicklungsmaschine weiterverwenden können) |
| 2. | Filmpatronenöffner (zur Not auch Flaschenöffner) |
| 3. | Genaues Thermomether (+/-0,2 °C oder besser) |
| 4. | Meßzylinder 100 ml zum Abmessen größerer Volumina |
| 5. | Pipette 5ml oder 10 ml, möglichst mit Gummibirne, zum Abmessen kleinerer Volumina |
| 6. | Filmklammern oder notfalls stramme Wäscheklammern zum Aufhängen der Filme |
| 7. | Stoppuhr (oder Eieruhr bzw. anderen Kurzzeitmesser) |
| 8. | Trichter |
| 9. | 4 Chemikalienflaschen für die Lösungen |
| 10. | Große Schüssel als Temperierbad |
Das Hantieren mit Provisorien ist zwar grundsätzlich möglich, verleidet aber
mit der Zeit aufgrund der umständlichen und zeitaufwendigen Handhabung den Spaß
an der Sache. Größter Knackpunkt hierbei ist das genaue Einhalten der
Entwicklungstemperatur. Aus diesem Grund haben sich sogenannte Prozessoren (hat
nichts mit Rechnern, CPUs usw. zu tun) durchgesetzt. Es handelt sich um
Rotationsentwicklungsmaschinen, die aufgrund der eingebauten Heizung ein
temperiertes Wasserbad mit konstanter Temperatur bieten und darin mit meist
einstellbarer Geschwindigkeit die Entwicklungsdose rotieren lassen. Wenn Sie
sich zum Kauf einer solcher solchen Maschine entschließen, sollten Sie auch
gleich den Kauf eines sogenannten Lifts in Erwägung ziehen. Dieser ermöglicht
den Austausch der verschiedenen Lösungen, ohne dauernd die Entwicklungsdose an-
und abkuppeln zu müssen; er stellt eine echte Erleichterung dar und ist wärmsten
zu empfehlen. Marktführer für solche Prozessoren ist die Firma Jobo, die vom
einfachen, manuell zu bedienenden Prozessor, bis zum vollautomatisch arbeitenden
(d.h. incl. automatischem Lösungsaustausch!) Gerät mehrere Zwischenstufen
anbietet. Leider sind Rotationsentwicklungsmaschinen aufgrund der geringen
Stückzahlen relativ teuer. Deshalb sollten Sie darüber nachdenken, ob für Sie
nicht der Erwerb eines gebrauchten Geräts in Betracht kommt. Denn diese waren
ursprünglich vor allem auch für die Entwicklung von Papierbildern gedacht, die
noch vor wenigen Jahren langwierig und kompliziert war. Heute hat sich hierfür
jedoch der Prozeß RA-4 durchgesetzt, der die Trommelentwicklung weitgehend
überflüssig gemacht hat. Aus diesem Grund kann man gebrauchte Maschinen
teilweise sehr preisgünstig kaufen.
Wenn Sie schon einen Prozessor Ihr Eigen nennen, werden Sie mit Sicherheit auch
mehrere Entwicklungsdosen in unterschiedlicher Größe kaufen. Denn es macht
keinen Sinn, viele Filme nacheinander einzeln zu entwickeln, wenn es auch in
einem Schlag geht. Ich selbst entwickle meistens 5 Filme in einem Durchgang; das
ist die Maximalzahl, die bei meinem Prozessor (Jobo CPE-2 mit Lift) möglich ist.
Die Firma Jobo bietet beispielsweise Dosen für einen und für zwei Filme an;
hinzu kommt ein Erweiterungsmodul für zusätzlich 3 Filme. Somit ergibt sich
modular ein Fassungsvermögen von 1, 2, 4 oder 5 Filmen. Wer einen größeren
Prozessor besitzt, kann die Kapazität mit einem zusätzlichen 3er-Modul weiter
aufstocken. Auch die Dosen selbst sind modular: Durch Auswechseln des Deckels
wird aus einer Dose für Prozessoren ohne Lift eine Dose für Geräte mit Lift.
Bleibt noch zu erwähnen, daß es zusätzlich zu den Entwicklungsdosen für den
Hobbybereich auch solche für semi-professionelle Anwendungen gibt, die an den
gleichen Prozessor passen.
Weiterhin werden Sie sich wahrscheinlich nicht mit einem Meßzylinder
zufriedengeben, da es einfacher ist, beispielsweise mit einem 250-ml-Meßzylinder
eine Menge von 220 ml abzumessen als hierfür einen 100-ml-Zylinder zweimal ganz
zu füllen und dann nochmal 20 ml abzumessen. Ähnliches gilt für die Pipetten.
Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, aus Kostengründen nur den größten
erhältlichen Meßzylinder und die größte Pipette zu kaufen. Da Fotolösungen meist
sehr genau abgemessen werden müssen, würden Sie auf Schwierigkeiten stoßen, z.B.
mit einem 500-ml-Meßzylinder 27,5 ml in der erforderlichen Genauigkeit
abzumessen. Um Ihnen einen Anhaltspunkt zu geben: Ich empfehle Pipetten in der
Größe 5 ml, 10 ml und 25 ml sowie Meßzylinder in der Größe 50 ml, 100 ml und 250
ml (ggf. auch 500 ml). Pipetten sind grundsätzlich aus Glas und sollten mit
einer Gummibirne zum Heben der Flüssigkeiten ausgestattet sein, denn
Fotolösungen sind teilweise beim Verschlucken giftig. Außerdem kann man genauer
arbeiten als mit dem Mund anzusaugen und dem Finger die Öffnung zu verschließen.
Meßzylinder werden aus Glas, glasklarem Kunststoff und milchigem Kunststoffe
hergestellt. Für die reine Anwendung im Fotolabor ist glasklarer Kunststoff
genausogut geeignet wie Glas; Meßzylinder aus milchigem Kunststoff sollte man
nicht kaufen, da hierbei die Ablesbarkeit leidet.
Für das Trocknen der Filme tut es zwar grundsätzlich jeder einigermaßen
staubfreie Raum, eine kurze Durchlaufzeit wird man aber erst dann erreichen,
wenn man im Besitz eines Filmtrockners ist. Dabei handelt es sich um ein einer
Duschkabine nicht unähnliches Gerät (natürlich besitzt es deutlich weniger
Grundfläche!), in dessen Innenraum die Filme gehängt werden. Mit einem Gebläse
wird je nach Gerät entweder kalte oder durch die eingebaute Heizung erwärmte
Luft in diesen Raum geblasen, die zuvor einen Staubfilter passieren muß. Zum
Trocknen der Filme ist ein normaler Fön übrigens absolut ungeeignet. Dieser
bläst nämlich alle möglichen Fussel und Staubpartikel auf die empfindliche
Schicht, von der sie beim Trocknen aufgenommen werden und nicht mehr ohne
Beschädigung entfernt werden können. Ich selbst trockne meine Filme aber immer
noch im kühlen, staubarmen Keller. Das Trocknen dauert zwar recht lange,
entschädigt wird man jedoch durch staub- und trockenflecken-freie Negative
C-41 ist der Name eines von der Firma Kodak schon vor langer Zeit
entwickelten Prozesses zur Entwicklung von Farbnegativfilmen. Dieser hat sich
auf der ganzen Welt als DER Standard durchgesetzt. Farbnegativfilme, die mit
diesem Prozeß nicht kompatibel sind, sind mir seit Jahren nicht mehr bekannt.
Das Entwickeln unterscheidet sich vom Ablauf her nur durch das zusätzliche
Bleichbad von der Entwicklung von Schwarzweißfilmen. Der Ablauf gliedert sich
grundsätzlich in die Schritte Entwickeln, Bleichen, Fixieren und Schlußwässern.
Beim Entwickeln wird an den belichteten Stellen eine in der Schicht des Films
vorhandenen Silberverbindungen zu metallischem Silber reduziert. Durch die dabei
entstehenden Entwickler-Reaktionsprodukte werden dann an dieser Stelle
vorhandene, bislang farblose Farbstoffe aktiviert. Dieser Vorgang passiert in
allen 3 Schichten eines Farbfilms, die jeweils unterschiedliche Farben bilden.
Da das metallische Silber, das infolge der feinen Verteilung schwarz erscheint,
stört (es würde satte Farben verhindern), muß man dieses entfernen. Hierzu
wandelt man es im Bleichbad in Silberbromid um. Auch die an den unbelichteten
Stellen vorhandenen Silberverbindungen (meist Silberchlorid und -bromid) müssen
entfernt werden, weil die mit der Zeit unter Lichteinwirkung zu schwarzem,
metallischen Silber reduziert würden. Diese Aufgabe übernimmt das Fixierbad. Es
löst die Silberhalogenide aus der Schicht (oder besser gesagt: den 3 separaten
Schichten), und die Schlußwässerung schwemmt die Reste des Fixierbads, die sonst
im Laufe der Zeit zu Verfärbungen führen könnten, weg. Zu guter Letzt wird der
Film noch im Stabi-Bad behandelt, das Restchemikalien unschädlich macht und die
Oberflächenspannung des Wassers reduziert, damit es gut ablaufen kann, ohne
Flecken zu hinterlassen. Nur noch trocknen, und fertig ist der Film! Der große
Unterschied zum Schwarzweiß-Entwickeln ist, daß die Entwicklungstemperatur mit
37,8 °C deutlich höher liegt und ziemlich genau eingehalten werden muß, während
ein halbes Grad mehr oder weniger bei der Schwarzweißentwicklung nicht so sehr
ins Gewicht fällt.
Das Entwickeln eines Filmes gliedert sich beim Originalprozeß in die
nachfolgenden Arbeitsschritte, wobei die vorgegebenen Zeiten mit dem Start des
Eingießens der Lösungen beginnen. Nach Ablauf der Zeit beginnt das Ausgießen.
Unmittelbar danach wird die nächste Lösung eingefüllt.
| Vorgang | Dauer | Temperatur |
|---|---|---|
| Entwickeln | 3 min 15 s | 37,8 °C |
| Bleichen | 6 min 30 s | 24 bis 40 °C |
| Wässern | 3 min 15 s | 24 bis 40 °C |
| Fixieren | 6 min 30 s | 24 bis 40 °C |
| Schlußwässerung | 3 min 15 s | 24 bis 40 °C |
| Stabilisierungsbad | 1 min 30 s | 24 bis 40 °C |
Zwar ist Kodak der Erfinder der C-41-Chemikalien, jedoch bieten heute auch Agfa,
Fuji, Tetenal und andere Hersteller eigene Chemikalien an, die zwar anders
heißen (müssen), aber trotzdem kompatibel zum Kodak-Prozeß
Tips
Inhalt:
C41-Chemikalien Prozessor mit Lift
Filmtrocknung
Thermometer
Auf der Suche nach professionellen C41-Chemikalien zum erträglichen Preis
habe ich folgende Möglichkeit gefunden: Wie im professionellen Bereich üblich,
bietet z.B. Kodak den Entwickler einzeln an. Dieser ist auch in Klein-Gebinden
für eine Lösungsmenge von 3,8 l oder 13,25 l erhältlich, die für mehr als 60
bzw. mehr als 220 Filme mit je 36 Aufnahmen ausreichen (die 13,25-l-Packung
wurde Anfang 2002 aus unerfindlichen Gründen aus dem Programm genommen; Ersatz
siehe weiter unten). Die Entwicklungslösung muß hierbei aus drei einzelnen
Komponenten hergestellt werden, die mit Wasser verdünnt werden. Diese
Komponenten bilden in der Flasche keine Abscheidungen, so daß ein Teilansatz
möglich ist. Hierzu müssen Sie lediglich die benötigten Mengen auf die von Ihnen
benötigte Füllmenge der Entwicklungsdosen umrechnen.
Auch die Sache mit der Haltbarkeit läßt sich recht unkompliziert in den Griff
bekommen. Das empfindliche und damit lebensdauerbestimmende Element ist nämlich
der Part B, der die eigentliche Entwicklersubstanz enthält. Bei Kontakt mit der
Luft oxidiert er sehr leicht und wird dadurch unbrauchbar, was man an der
dunkelbraunen bis schwarzen Farbe erkennt. Allerdings läßt sich dieser Vorgang
sehr drastisch verlangsamen: Part B wird einfach in Glasflaschen mit dichtem
Verschluß umgefüllt und im Kühlschrank gelagert. Durch den Kunststoff der
Originalverpackung kann Sauerstoff langsam aber sicher hindurchdiffundieren,
nicht aber durch Glas. Weiterhin ist die Reaktionsgeschwindigkeit
temperaturabhängig: Je tiefer die Temperatur, desto langsamer oxidiert der
Entwickler. Allerdings sollte man nicht übertreiben und die Chemikalien
einfrieren. Die Glasflaschen müssen immer hoch gefüllt sein, damit möglichst
wenig Luft in der Flasche ist. Dies erreicht man durch Umfüllen in kleinere
Flaschen. Das Verdrängen der darin noch vorhandenen Luft erfolgt am besten mit
einem Schutzgas (z.B. dem sehr zu empfehlenden "Protectan" der Firma Tetenal).
Dieses Verfahren hat sich bei mir schon seit Jahren bewährt. Ein 1996 gekaufter
Entwicklersatz, bei dem ich eine Restmenge zum Testen der Dauerhaltbarkeit bis
Ende 2001 verwendete (dann war sie aufgebraucht), ergab Ergebnisse wie am ersten
Tag. Die Haltbarkeit liegt unter den genannten Bedingungen deutlich über den
erprobten 5 Jahren, denn der empfindliche Part B war immer noch wasserklar
sprich unoxidiert und damit wie gerade erst gekauft.
Bei meinen Kodak-Chemikalien in der Packungsgröße
| Wasser: | ca. 400 ml |
| Part A: | 111 ml |
| Part B: | 10,7 ml |
| Part C: | 14,6 ml |
| Wasser: | Auffüllen auf 600 ml |
In 600 ml Lösung kann man insgesamt 10 Filme entwickeln. Ich entwickle in einem
Durchgang darin 5 Filme in einem Jobo-Tank #1520 mit Erweiterungsmodul #1530,
für das diese Menge genau paßt (genaugenommen sind's ein paar Milliliter
zuviel). Die Entwicklerlösung ist damit noch nicht ausgenutzt, sondern kann
genau einmal wiederverwendet werden. Da der Entwickler schon angebraucht ist,
muß im zweiten Durchgang die Entwicklungszeit ein wenig verlängert werden. 3 min
30 s ist hierfür ein guter Wert.
Kodak hat wie oben angedeutet die 13,25-l-Packung aus dem Programm genommen,
aber man kann problemlos auf Chemikalien eines anderen Herstellers ausweichen.
In Deutschland gut erhältlich sind Entwickler von Agfa und Tetenal, wobei die
Packungsgröße oft für
Das Bleichbad kann man ebenfalls als separate Komponente kaufen. Ich habe es
jedoch
selbst angesetzt, d.h. aus verschiedenen Einzelchemikalien selbst angerührt,
da es erstens sehr leicht möglich ist, zweitens das Bad äußerst ergiebig ist und
drittens das fertige Bleichbad ziemlich teuer ist.
Das Fixierbad wiederum wird von Kodak in praxisgerechten Gebinden zu günstigen
Preisen angeboten, so daß ein Selbstansatz nicht ratsam erscheint. Sie können
hierfür einen beliebigen Fixierer verwenden, aber achten Sie bitte darauf, daß
dieser für Farbfilme geeignet ist. Die sauren Fixierbäder für Schwarzweißfilme
sind nämlich absolut ungeeignet; umgekehrt können Sie jedoch Fixierer für
Farbfilme auch für Schwarzweißfilme verwenden - am besten aber nicht
durcheinander.
Falls Ihnen ein Gebinde für
Kamera
Prozessoren mit Lift haben sehr eindeutige Handlingsvorteile. Allerdings sei
auch ein Nachteil nicht verschwiegen: Die Einfüllöffnung für die Lösungen
befindet sich oben. Bei Lagerung des Geräts kann so sehr leicht Staub
eindringen, der dann später in die Entwicklungsdose geschwemmt wird. Dies läßt
sich vermeiden, indem man die Einfüllöffnung bei Nichtbetrieb immer staubdicht
abdeckt. Zusätzlich sollte man vor jeder erneuten Inbetriebnahme ca. 1 l Wasser
ohne angekuppelte Dose zum Spülen in die Öffnung kippen.
Es existieren sehr viele Tips, wie man Filme streifenfrei trocken bekommt.
Abstreifen mit entsprechenden Abstreifzangen ist effizient aber sehr gefährlich:
Das kleinste Staubkorn zerkratzt den Film auf der ganzen Länge. Abstreifen mit
den Fingern hinterläßt Trockenflecken. Trockenschleudern mit einer
Salatschleuder oder mit der Bohrmaschine hat den Nachteil, daß man die Filme
selten, ohne daß sich die verschiedenen Stellen berühren, aus der Spirale
herausbekommt.
Die meiner Erfahrung nach beste Methode ist, überhaupt nicht abzustreifen,
sondern die Filme klatschnaß aufzuhängen. Dazu muß man aber dafür sorgen, daß
das Wasser keine Trockenflecken verursachen kann. Dies erreicht man dadurch, daß
man für das Schlußbad destilliertes Wasser anstelle von Leitungswasser nimmt.
Wenn Ihr Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, sollten Sie dem Schlußbad zudem ein
Zusatzbad aus reinem, destilliertem Wasser vorschalten. Sowohl dieses Wasser als
auch das Schlußbad ist mehrfach verwendbar. Anstelle des recht teuren
destillierten Wassers können Sie ebensogut auch demineralisiertes Wasser
benutzen, das z.B. in Baumärkten oft in 5-l-Behältern verkauft wird und
erheblich billiger ist.
Für die Anwendung sollte die Temperatur nicht zu hoch sein; Raumtemperatur hat
sich bei mir bestens bewährt. Das Trocknen sollte ebenfalls bei nicht zu hoher
Temperatur erfolgen, damit möglichst viel Wasser ablaufen kann anstatt zu
verdunsten. Ein staubfreier Kellerraum mit zwischen 5 und 20 °C, wie ich ihn
benutze, ist ideal. Der Raum muß keinesfalls klinisch sauber sein, aber man muß
Sorge dafür tragen, daß sich möglichst wenig Staub in der Luft befindet. Im
Sommer kann man bei einzeln einfallenden Lichtstrahlen die Anzahl der
Staubteilchen sehr gut beurteilen. Falls erforderlich, können Sie Wasser mit
einem Drucksprüher o.ä. versprühen, bevor Sie mit dem Entwickeln anfangen. Das
säubert die Luft in ähnlicher Weise wie draußen der Regen. Sorgen Sie dafür, daß
während des Trocknens der Filme, was je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit
mehrere Stunden dauern kann, der Raum möglichst unbenutzt bleibt. Denn schon
durch normales Vorbeigehen wird Staub aufgewirbelt - egal wie gut geputzt ist.
Üblich sind sogenannte Flüssigkeitsthermomether, bei denen eine Flüssigkeit
(meist Alkohol oder Quecksilber) sich in einer Kapillarröhre entsprechend der
Temperatur mehr oder weniger ausdehnt. Gute Thermomether mit einer Genauigkeit
von +/-0,2 °C oder besser noch +/-0,1 °C sind teuer und meist auch schlecht
erhältlich. Allerdings brauchen Sie mit einem Thermomether mit geringerer
Genauigkeit gar nicht erst anzufangen, Farbfilme entwickeln zu wollen.
Mein Tip: Kaufen Sie am besten gleich ein Thermomether, das auch in Zukunft
Ihren Ansprüchen gerecht wird, d.h. +/-0,1 °C Genauigkeit mit weit gespreizter
Skala, damit Sie beim Ablesen nicht noch ein Mikroskop brauchen. Ein solches
Thermomether ist leicht 30 cm lang und kostet mehr als 50 DM. Eine Alternative
stellen digitale Thermomether dar. Allerdings können Sie nicht hoffen, hierfür
ein günstiges Gerät mit Außensensor, wie es als Haushaltsgerät zur Innen- und
Außentemperaturmessung der Luft angeboten wird, verwenden zu können. Diese
Geräte zeigen zwar die Temperaturen meist in Zehntelgradschritten an, allerdings
ist die Genauigkeit deutlich geringer, d.h. wenn ein solches Gerät
beispielsweise 37,8 °C anzeigt, könnte es in Wahrheit mal gerade eben 37,1 °C
warm sein. Außerdem wird der Anzeigewert meist nur alle 10 Sekunden
aktualisiert. Das ist deutlich zu lange, da man im Fotolabor schnell eine
Temperatur messen muß (die Uhr tickt im Hintergrund!). Geeignet sind sogenannte
Sekundenthermomether, die die erforderliche Genauigkeit bieten. Solche Geräte
sind ab ca.
Ebenfalls genau genug und dabei sehr preisgünstig sind Fieberthermomether
(elektrische wie auch Flüssigkeitsthermomether). Diese haben aber den Nachteil,
daß sie nach jeder Messung zurückgesetzt werden müssen; elektrische durch
Ausschalten und Eintauchen in kaltes Wasser (damit es schneller geht) und
Flüssigkeitsthermomether durch Zurückschlagen). Eine kontinuierliche Messung,
d.h. beispielsweise das Beobachten einer stetig absinkenden Temperatur, um bei
einem bestimmten Wert die Entwicklung zu starten, ist damit nicht möglich. Sehr
gut geeignet sind diese jedoch zum Überprüfen anderer Thermomether oder für
Einzelmessungen, d.h. "einschalten, reinstecken, ablesen, fertig".
Fieberthermometer sind amtlich geeicht!
nhalt:
AllgemeinesWenn Sie erst einmal hineinschnuppern wollen in das Entwickeln von
Farbfilmen, müssen Sie nicht unbedingt gleich eine teure
Rotationsentwicklungsmaschine kaufen. Es geht für den Anfang auch mit einer
Entwicklungsdose, die in einer großen, mit Wasser gefüllten Schüssel
temperiert wird. Allerdings ist dies mit deutlich mehr Arbeit verbunden. KalibriervorgangBeim C41-Prozeß muß die Entwicklungstemperatur von 37,8 °C ziemlich genau
eingehalten werden. Mittels des Kalibriervorgangs finden Sie heraus, bei
welcher Temperatur Sie den Entwicklungsvorgang starten müssen, damit die
Temperatur im Mittel den Erfordernissen entspricht. Hierzu füllen Sie eine
große Schüssel normal voll mit warmem Wasser und stellen die
Entwicklerflasche hinein, die genausoviel Wasser wie später Entwickler
enthält. Die Wassertemperatur muß in beiden Fällen gleich sein und einige
Grade mehr als 37,8 °C betragen. Wenn die Temperatur des Wassers in der
Entwicklerflasche infolge Abkühlens genau 37,8 °C erreicht hat, füllen Sie
es in die Dose, starten Ihre Stoppuhr und stellen die Dose in die
Wasserschüssel. Genau 3 min 15 s danach messen Sie die Temperatur erneut.
Sie wird um einige Zehntel Grad abgesunken sein. Berechnen Sie die Differenz
zu 37,8 °C und addieren Sie die Hälfte davon zu 37,8 °C hinzu. Dies ist die
neue Temperatur, bei der der Entwicklungsvorgang gestartet werden muß. Als
Resultat erhalten Sie trotz Temperaturrückgang eine mittlere
Entwicklungstemperatur von 37,8 °C. Dies ist zwar theoretisch nicht ganz
exakt aber für die Praxis absolut ausreichend. Am besten starten Sie das
Entwickeln direkt im Anschluß an den Kalibriervorgang EntwickelnZum Entwickeln stellen Sie den vortemperierten Entwickler in das Wasser
und entnehmen der Wasserschüssel eine bestimmte Menge Wasser und ersetzen es
durch die gleiche Menge heißes Wasser, um wieder mehrere Grade über die
Starttemperatur zu kommen. Hierbei müssen Sie es schaffen, die Temeratur des
Mantelbads so hinzutrimmen, daß es idenisch mit der Entwicklertemperatur
ist. Die restlichen Lösungen stehen am besten in einer zweiten
Wasserschüssel bei etwa 35 - 40 °C. Messen Sie wieder die
Entwicklertemperatur. Bei Erreichen der Starttemperatur füllen Sie den
Entwickler in die diesmal mit einem Film bestückte Dose, verschließen sie,
stellen sie in das warme Wasser und starten die Stoppuhr. Alle 30 s nehmen
Sie die Dose heraus, drehen sie für etwa 3 s auf den Kopf und stellen sie
wieder richtig herum in das Wasser. Nach 3 min 15 s gießen Sie den
Entwickler aus und fahren mit den Lösungen wie bei Entwicklung mit Prozessor
fort. Hierbei darf die Temperatur stetig absinken, allerdings ist es
günstig, wenn sie zwischen 30 und 38 °C liegt. Bei allen Lösungen müssen Sie
alle 30 s die Dose herausnehmen, kurz auf den Kopf stellen und wieder zurück
in das Wasserbad geben. Allerdings müssen nur beim Entwickler die 30 s
einigermaßen genau eingehalten werden, beim Rest muß man das nicht akribisch
genau nehmen.
|
Inhalt:
AllgemeinesDas Entwickeln mit einer Rotationsentwicklungsmaschine gestaltet sich
deutlich bequemer als das Hantieren mit einer Entwicklungsdose in einer
Schüssel mit warmem Wasser, insbesondere wenn dieser mit einem Lift (einer
Vorrichtung zum leichten Entleeren und Befüllen) ausgerüstet ist. Bevor Sie
Ihren Prozessor das erste Mal in der Praxis ausprobieren können, müssen Sie
zuerst einmal die korrekte Temperatureinstellung in einem
Kalibriervorgang ermitteln. KalibrierungNach dem Kauf des Prozessors muß eine Temperatureinstellung gefunden
werden, die die Entwicklertemperatur genau auf dem geforderten Wert von 37,8
°C hält. Dies ist jedoch mitnichten damit getan, daß man einfach 37,8 °C
einstellt - auch nicht bei Geräten mit Digitalanzeige. Der Grund liegt
darin, daß es ein Wärmegefälle zwischen dem Wassermantel und dem Entwickler
in der Dose gibt. Außerdem ist die Temperatur im Wassermantel auch nicht
absolut konstant sondern ortsabhängig. Weiterhin taucht nur ein kleiner Teil
der Dose in den Wassermantel; der Rest wird von der Umgebungsluft gekühlt.
Daraus ergibt sich grundsätzlich, daß der Wassermantel immer wärmer als die
erforderliche Entwicklertemperatur sein muß. Die Frage, die es im
Kalibriervorgang zu klären gilt, ist, um wieviel sie höher sein muß. EntwickelnMachen Sie den Prozessor wie oben beschrieben startklar und stellen die
Solltemperatur auf den im Kalibriervorgang gefundenen Wert. Setzen Sie die
erforderlichen Lösungen nach Anweisung an. Mehrfach verwendbare Lösungen vom
letzten Entwicklungsvorgang stellen Sie am besten vorher zum Anwärmen in
eine Schüssel mit warmem Wasser. Die angesetzten Lösungen kommen in die
Kunststoffflaschen des Prozessors und werden in die dafür vorgesehenen
Öffnungen gesteckt, wo sie Prozeßtemperatur annehmen müssen. Inzwischen
können Sie die Filme einspulen, die Entwicklungsdose lichtdicht verschließen
und in den Prozessor zum Vorwärmen einsetzen. Die Drehzahl sollte auf die
niedrigst mögliche Stufe geschaltet werden. Ungefähr eine Umdrehung in 2
Sekunden ist optimal. Nachdem der Entwickler die vorschriftsmäßige
Temperatur erreicht hat, kann's losgehen.
FüllmengeBei meinem Joboprozessor mit Lift habe ich mich lange Zeit gewundert,
warum das Wasser im Prozessor schon nach nur wenigen Entwicklungsdurchgängen
eine gelb-braune Färbung annahm. Die Farbquelle war leicht zu lokalisieren,
nämlich das Bleichbad. Der Grund, warum mehr als nur ein paar Tropfen
Bleichbad auslaufen, liegt darin begründet, daß die angegebene
Mindestfüllmenge der Dosen zu hoch ist. Er liegt so hoch, daß aus einer
waagerecht liegenden Dose Flüssigkeit herausläuft. Wegen der nicht 100%igen
Wasserdichtheit des Kupplungsmechanismus' des Lifts läuft daher langsam der
überschüssige Inhalt in das Mantelbad. Dies betrifft natürlich nicht nur das
Bleichbad, das man an der Färbung leicht erkennen kann, sondern auch alle
anderen Lösungen. |
Anstatt einen Farbnegativfilm im hierfür geeigneten Prozeß C41 zu entwickeln,
können Sie ihn auch im Prozeß E6, entwickeln bzw. entwickeln lassen. Dieser wird
normalerweise für die Entwicklung von Diafilmen verwendet. Das Resultat sind
Negative, die an ein Dia mit einem vorgesetzten Farbfilter erinnern. Hiervon
können Sie auf ganz normalem Wege Abzüge anfertigen. Sie erscheinen in
Komplementärfarben und haben einen sehr hohen Kontrast. Bildmäßig sind sie kaum
verwendbar. Wer aber experimentieren will, kann auf dieser Basis interessante,
plakative Effekte erzielen.
Wenn Sie die Filme nicht selbst entwickeln wollen, können Sie sie in jedem
kommerziellen Labor abgeben. Weisen Sie darauf hin, daß der Film nicht im Prozeß
C41 sondern E6 entwickelt werden soll. Das wird wohl darauf hinauslaufen, daß
die Filmpatrone flächendeckend mit einem Aufkleber o.ä. abgeklebt und mit der
Aufschrift "E6" versehen wird. Übrigens ist es für den Prozeß E6 nicht
schädlich, wenn ab und zu ein Film willentlich falsch entwickelt wird.
Vergrößerungen
Schwarzweiß
??????????????TEXT??????????????
Ein sehr wichtiger Punkt ist das Staubproblem. Die Filmbühne des Vergrößers muß
deshalb absolut staubfrei sein. Das gleiche gilt auch für das zu vergrößernde Negativ.
Falls dieses verschmiert ist oder Fingerabdrücke auf dem Negativ zu sehen sind, sollte es
noch mal gewässert und getrocknet werden. Man sollte mit dem Negativ sehr vorsichtig
umgehen, da es ja auch noch über einen längeren Zeitraum gelagert werden soll. Ist das
Negativ bereit, kann es in den Vergrößerer gelegt und scharf gestellt werden. Hierbei
sollte man das Objektiv des Vergrößeres voll aufblenden um sicher zu sein, daß die
Scharfeinstellung gut ist. Nun das Objektiv des Vergrößeres soweit abblenden, daß die
ersten feinen Details unsichtbar werden. Nach dem Belichten, sollte das Fotopapier sollte
dabei so schnell wie möglich entwickelt werden.
Bildbearbeitung
Sandwichverfahren/Kompositverfahren
Das Sandwichverfahren eignet sich gut für Strichspurdarstellung von Kleinplaneten und
Kometen. Dazu werden zwei zeitversetzt aufgenommene Negative etwas Verschoben
übereinanderer gebracht und anschließend vergrößert. Eine weitere Möglichkeit dieses
Verfahrens ist, das man lichtschwache Objekte hervorzuheben kann, dazu werden die Negative
exakt übereinander gebracht und vergrößert. Vorteil: Das Korn wird auf der Aufnahme
feiner.
Unscharfe Maske
Um das Objekt gut auf der Vergrößerung abzubilden, kann der Kontrastumfang des Negativs
durch Umkopieren auf einen Kopierfilm gesteigert werden. Der Kopierfilm wird zum Positiv
und kann entweder vergrößert werden oder durch nochmaliges Umkopieren wieder in ein
Negativ gewandelt werden. Allerdings ist zu beachten, daß durch mehrmaliges Umkopieren
schnell die Korngrenze erreicht wird, d.h. das Korn tritt deutlich hervor. Dadurch wird ein
erneutes Umkopieren unmöglich.
Dreifarben-Kompositverfahren
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