Eine gute (stabile) Montierung ist in der Astrophotographie das wichtigste Überhaupt,
da sie das gesamte Gewicht von Tubus und Zubehör schwingungsfrei bewegen muss. Hier
stellen wir nun die wichtigsten Montierungen für die Amateurastronomie vor.

Parallaktische Montierung
Die parallaktische Montierung ist so konstruiert, dass eine Achse (Stundenachse) des
Teleskops direkt auf den Nordpol (Südpol je nach Halbkugel) zeigt. Wird die Stundenachse
mit der gleichen Geschwindigkeit, wie Winkelgeschwindigkeit der Erde angetrieben, so
wird die scheinbare Bewegung der Sterne aufgehoben. Die Nachführung erfolgt meistens
mittels Schrittmotoren (billig in der Realisierung), bei älteren Montierungen kann dies
auch noch via Synchronmotor und Frequenzwandler (teuer in der Realisierung) geschehen. Die
Motoren werden heutzutage von so genannten Goto-Steuerungen geregelt, dadurch kann sich
auch ein Einsteiger leicht am Himmel zurecht finden.
Deutsche Montierung
Die meist gefertigte parallaktischen Montierung. Vorteil dieser Montierung ist,
dass die
Stundenachse der Montierung mit einem Polsucher ausgerüstet werden kann. Zudem ist
die Montierung so kompakt gebaut, das sie (vorausgesetzt aus dem richtigen Material
gebaut) ein recht hohes Gewicht aufnehmen kann, ohne dabei ihre Stabilität zu
verlieren. Diese Montierung ist oft bei den Anfängern- und Amateurteleskopen (bis
3000.- ) zu finden, mit allen Arten von Instrumenten (Newton, Schmidt-Cassegrain,
etc.). Ein Problem sollte nicht verschwiegen werde, das ein weit ausladender Tubus in der
Zenitgegend durch die Säule behindert wird.

Gabelmontierung
Der größte Vorteil der Gabelmontierung liegt in der Einsparung eines Gegengewichts. Ein
Nachteil der Gabelmontierung besteht darin, dass die Gabel aufgrund der
parallaktischen Aufstellung mehr oder weniger stark gegen die Horizontale verkippt wird,
dabei treten an den Gabelarmen sehr hohe Biegemomente auf, die zur Verformung der Gabel
führen können. Zudem ist auch der Einblick am hinteren Tubusende nicht immer sehr
praktisch, da man sich bei Beobachtungen im Zenit auf die Knie muss und bei 20° über dem
Horizont auf einen Hocker steigen muss (Lösung: sind die so genannten Astrostühle,
welche höhenverstellbar sind) Ein Standardtyp sind die
Schmidt-Cassegrain Systeme der Hersteller Celestron, Meade & Baader, leider
ist dieser Typ von Montierung nicht gerade billig ab 3000.- inkl. Optik, ca. 500.-
ohne Instrument.

Periodischer Fehler
Diese Entstehen durch die Fertigungstoleranzen bei der Antriebsschneckeherstellung. Die
führt dazu, das sich die Pendelbewegung des Sternes sich im Teleskop/Film bemerkbar
macht, . Um diesen Fehler auszugleichen, hat bei modernen computergestützten Teleskopen
die PEC (Periodic Error Correction) eingebaut. Der Fehler kann durch die falsche
Nachführgeschwindigkeit der Schrittmotoren verursacht werden, das Problem hierbei ist die
Sternzeit (23Std. 56min 4,15s), welche sich nur schwer in die Umdrehungszahl, Zahnanzahl
der Zahnräder und Taktfrequenz des Quarzes umsetzen lassen. Das führt dazu, dass ein
Teleskop immer ein wenig zu langsam oder zu schnell läuft.

Abgebildet ist der periodischer Verlauf einer Schnecke
Justierung der Polachse
Bei der Astrophotographie muss die Montierung exakt justiert werden. Ansonsten hat
man den Effekt, dass das Bildfeld um den Leitstern rotiert, d.h. der Leitstern wird
punktförmig und alle Sterne um ihn herum werden als Kreisbögen/Striche abgebildet. Dabei
spielt die Brennweite des Instruments keine Rolle entscheidend ist nur die Größe des
Bildfeldes => Je größer das Bildfeld, desto länger werden die Kreisbögen. Um dies
zu verhindern, wendet man die von Scheiner entwickelte Methode an.