Hier werden ein paar Hilfestellungen und Anmerkungen zu den vorher beschriebenen
theoretischen Grundlagen gegeben.
Vorbereitungen
Damit die Beobachtungsnacht nicht zur Glücksache wird, sollte man folgende Ratschläge
beachten:
Gedanken machen über das, was man gerne beobachten möchte. Nützlich dabei sich
eine Liste über die Objekte mit den Koordinaten zu erstellen (Hilfreich hierbei sind
Sternkarten wie z.B. Sky Atlas 2000 oder ein Astronomieprogramme wie Guide etc.
Wer photographieren möchte, sollte sich schon vorab
Gedanken
über das zu photographierende Objekt machen, im Bezug auf benötigte Objektive, Filter
und Filmsorte.
Das Wetter sollte gut sein und die Atmosphäre ruhig. Auch die Stellung und Phase
des Mondes sollte man beachten, den schon ein Viertel stört bei der Deepskybeobachung
schon erheblich.
Als Beobachtungsplatz wählt man einen festen Standort, dessen Umgebung frei von
künstlicher Beleuchtung ist. Zudem sollte der Blick nach Süden frei sein.
Für Auf- und Abbau des Teleskops, sowie Anpassung des Tubus an die
Umgebungstemperatur benötigt Zeit, deshalb Miteinrechnen. Der
Aufbau sollte in der Abenddämmerung stattfinden.
Während den Beobachtungen und Aufnahmen kann/sollte man sich Notizen in sein
Beobachtungsbuch machen (siehe unten "Beobachtungsbuch")
Warme Kleidung, so wie etwas zu essen und trinken sollte man nicht vergessen. (siehe
unten bei Kleidung)
Der Abbau sollte ebenso in aller Ruhe stattfinden, damit man nichts vergießt.
Objekt: M42 Koordinaten: RA: 5h35m17s Dec: - 5°22'55'' J2000
Datum: 11 Nov. 1998 Beobachtungszeit MEZ: 22.30 Uhr - 23.00 Uhr
Aufnahmeinstrument: Kleinbildkamera + 200mm Zoom
Leitfernrohr + Kontrollokular: LX-200 + 9mm Fadenkreuzokular
Beobachtungsinstrument: LX-200 10'' + 26mm SP Okular Projektion: -
Aufnahme -Äquivalentbrennweite: - Belichtungszeit: 30min
Blende + Vergrößerung: 5,6 + 200mm Film: TP 2415 hypersensibilisiert
Filter: - Luft: 2
Wetter: wolkenfreier Himmel, Windstärke etwa 1, Temperatur -5°C, niedrige Dunstgrenze
Negativnummer: 12
Nummer der Aufnahme: 24
Beobachter: Tom
Laborarbeit: Martin
Negativentwicklung: Kodak D 19, 6min bei 20°C
Positiventwicklung: E 102, 1+7, 20°C, hartes Photopapier
Bemerkungen: -
auch zum herunterladen
Kleidung
Ein klarer Himmel lässt das Herz jedes Amateurastronomen höher schlagen. Aber ein klarer
Himmel führt auch dazu, dass die Wärme sehr schnell in den Weltraum abgestrahlt wird,
die Folge: es wird schnell bitterkalt. Damit Ihnen nicht schon nach fünf Minuten die Lust
am Beobachten vergeht, sollten Sie sich richtig darauf vorbereiten.
Das beste Mittel gegen Kälte besteht darin, warme Luftschichten am Körper zu halten.
Zudem kommt es nicht darauf an, aus welchem Material die Bekleidung ist, sondern nur
darauf an wie viel Zentimeter man davon am Körper trägt. Deshalb benötigen man keine
besondere Spezialkleidung, sondern die Kleidungsstücke, welche man schon im Hause hat. Da
man beim Beobachten in der Regel still stehen, sollte man sich lieber etwas wärmer
anziehen. Mehrere dünne Kleidungstücke übereinander getragen sind oft besser als ein
dickes Kleidungsstück. Das äußerste Kleidungsstück sollte windundurchlässig sein,
damit die kalte Luft draußen bleibt. Es sollte auch Gummibänder oder Kordeln haben,
damit man es an Taille, Ärmel und Kapuze zuziehen kann. Übergänge von Kleidungsstücken
sollten durch verschiedene schichten Kleidung abgedichtet werden, damit keine unbedeckten
Stellen entstehen. Ziehen Sie z.B. die Socken über die Enden Ihrer Hosen. Damit
verhindern Sie, dass kalte Luft an Ihren Beinen entlang strömt.
Außerdem ist es wichtig, den ganzen Körper gleichmäßig zu bedecken. Drei Pullover und
ein dicker Mantel werden einen nicht warm halten, wenn man seine Beine nur mit Shorts
bekleidet hat. Lange Unterwäsche und vielleicht ein Skianzug (im Winter), sonst eine
dicke Hose sind genau so wichtig wie ein warmer Mantel.
Auch eine warme Kopfbedeckung ist empfehlenswert, da 40% der Körperwärme über den Kopf
verloren gehen.
Schützt auch Euere Extremitäten. Finger, Ohren, Zehen und Nase fangen erfahrungsgemäß
zuerst an zu frieren. Zudem sind ein paar gut Stiefel wichtig. Die Stiefel sollten sehr
gut isoliert sein, da aber durch den ständigen Kontakt mit dem kalten Boden viel Wärme
verloren geht, sollte man noch Einlegesohlen verwenden.
Zu beachten ist auch, dass man in die Schuhen auch mit 2 -3 paar Socken kommt.
Zum Schutz der Finger tragen einige Amateure dünne Fingerhandschuhe und ziehen dicke
Fausthandschuhe darüber. Bei Bedarf werden die Fausthandschuhe einfach ausgezogen.
Zum Schutz der Nase und des Gesichts kann man eine Skimaske verwenden. Nehmen Sie nur
Skimasken mit einem Loch für den Mund, sonst kriecht die feuchte Atemluft aus den
Augenlöchern der Skimaske heraus und beschlägt das Okular.
PS: Nicht alle Kleidungsstücke sind für die Sommernächte gedacht, hier soll nur eine
Aufgezeigt werden, das man eine Gewisse Vorbereitung und Sorgfalt walten
lassen sollte.
Alkohol und Nikotin sollte man vermeiden, da der Blutkreislauf in den Extremitäten
behindert wird. Außerdem reduziert der Alkohol die Fähigkeit schwache Lichteindrücke
sehen zu können.
Vor der Beobachtung sollte man ein gutes Essen zu sich nehmen, dann halten Sie es nachher
länger im Kalten aus. Kohlenhydrate steigern den Blutzuckerspiegel. Dadurch kann Ihr
Körper mehr Wärme produzieren. Auch heißer Tee oder ein anderes süßes Getränk tragen
zu Wärmeproduktion bei. Ein Grund von Erkältungen und Kopfschmerzen im Winter ist
Dehydration (Austrocknung). Beim Einatmen trockener Luft verliert man viel Wasser, da
Kälte den Durst hemmt, trinkt man auch nicht genug. Wenn das Wasser im Körper knapp
wird, versucht er Wasser zu sparen, indem er die Zirkulation in den Extremitäten
reduziert. Dadurch frieren die Hände und Füße leichter. Trinken Sie also viel Wasser
o.ä. bevor Sie beobachten gehen.
Wenn man einmal zu frieren angefangen hat, dann ist es ohne eine externe Wärmequelle sehr
schwierig wieder warm zu werden. Ein warmer Platz oder ein paar gymnastische
Übungen sollten hier abhelfen. Ein gesunder Kreislauf verteilt die dabei entstehende
Wärme über den ganzen Körper. Der Körper älterer und sehr
schlanker Menschen produziert weniger Wärme, daher frieren diese Personen leichter.
Kräftige, sportliche Übungen steigern den Metabolismus noch bis zu sechs
Stunden lang.
Sicherheit
Kälte kann tödlich sein! Wenn man im Winter von einem entfernten und einsamen Platz aus
beobachten, sollte man daran denken, was passieren kann, Wenn Ihr Auto nicht anspringt
oder man einen Unfall (Bein verstaucht etc.) hat. Habt Ihr jemanden gesagt, wo man Euch
finden kann, wenn Ihr bis zum Frühstück noch nicht zu Hause seid?
Autobatterien verlieren bei Kälte an Leistung. Auch wenn man unter normalen
Bedingungen seine Ausrüstung damit betreibt und hinterher immer noch genügend Power für
den Anlasser aufbringt, so sollte man dies nie bei extremer Kälte versuchen. Im
Zweifelsfall lassen Sie lieber Ihren Automotor für zehn Minuten pro Stunde laufen. Besser
ist es seine Ausrüstung mit einer separaten 12-Volt Batterie zu betreiben.
Wenn man ein Handy besitzt, dann ist es eine gute Idee, wenn man es bei nächtlichen
Beobachtungstouren stets aufgeladen dabei hat. Erstens können man damit
im Notfall schnell Hilfe herbei Telefonieren bzw. ist man damit für Angehörigen
erreichbar, falls diese sich Sorgen machen sollten.