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Hier werden ein paar Hilfestellungen und Anmerkungen zu den vorher beschriebenen theoretischen Grundlagen gegeben.














Vorbereitungen

Damit die Beobachtungsnacht nicht zur Glücksache wird, sollte man folgende Ratschläge beachten:



Beispiel für ein Beobachtungsbuch:

Objekt: M42                                                                                                     Koordinaten: RA: 5h35m17s   Dec: - 5°22'55''  J2000

Datum: 11 Nov. 1998                                                                                        Beobachtungszeit   MEZ: 22.30 Uhr - 23.00 Uhr

Aufnahmeinstrument: Kleinbildkamera + 200mm Zoom
Leitfernrohr + Kontrollokular: LX-200 + 9mm Fadenkreuzokular

Beobachtungsinstrument: LX-200 10'' + 26mm SP Okular                                 Projektion: -

Aufnahme -Äquivalentbrennweite: -                                                                   Belichtungszeit: 30min

Blende + Vergrößerung: 5,6 + 200mm                                                              Film: TP 2415 hypersensibilisiert

Filter: -                                                                                                             Luft: 2

Wetter: wolkenfreier Himmel, Windstärke etwa 1, Temperatur -5°C, niedrige Dunstgrenze

Negativnummer: 12
Nummer der Aufnahme: 24

Beobachter: Tom
Laborarbeit: Martin

Negativentwicklung: Kodak D 19, 6min bei 20°C
Positiventwicklung: E 102, 1+7, 20°C, hartes Photopapier

Bemerkungen: -

auch zum herunterladen



Kleidung

Ein klarer Himmel lässt das Herz jedes Amateurastronomen höher schlagen. Aber ein klarer Himmel führt auch dazu, dass die Wärme sehr schnell in den Weltraum abgestrahlt wird, die Folge: es wird schnell bitterkalt. Damit Ihnen nicht schon nach fünf Minuten die Lust am Beobachten vergeht, sollten Sie sich richtig darauf vorbereiten.

Das beste Mittel gegen Kälte besteht darin, warme Luftschichten am Körper zu halten. Zudem kommt es nicht darauf an, aus welchem Material die Bekleidung ist, sondern nur darauf an wie viel Zentimeter man davon am Körper trägt. Deshalb benötigen man keine besondere Spezialkleidung, sondern die Kleidungsstücke, welche man schon im Hause hat. Da man beim Beobachten in der Regel still stehen, sollte man sich lieber etwas wärmer anziehen. Mehrere dünne Kleidungstücke übereinander getragen sind oft besser als ein dickes Kleidungsstück. Das äußerste Kleidungsstück sollte windundurchlässig sein, damit die kalte Luft draußen bleibt. Es sollte auch Gummibänder oder Kordeln haben, damit man es an Taille, Ärmel und Kapuze zuziehen kann. Übergänge von Kleidungsstücken sollten durch verschiedene schichten Kleidung abgedichtet werden, damit keine unbedeckten Stellen entstehen. Ziehen Sie z.B. die Socken über die Enden Ihrer Hosen. Damit verhindern Sie, dass kalte Luft an Ihren Beinen entlang strömt.

Außerdem ist es wichtig, den ganzen Körper gleichmäßig zu bedecken. Drei Pullover und ein dicker Mantel werden einen nicht warm halten, wenn man seine  Beine nur mit Shorts bekleidet hat. Lange Unterwäsche und vielleicht ein Skianzug (im Winter), sonst eine dicke Hose sind genau so wichtig wie ein warmer Mantel.
Auch eine warme Kopfbedeckung ist empfehlenswert, da 40% der Körperwärme über den Kopf verloren gehen.

Schützt auch Euere Extremitäten. Finger, Ohren, Zehen und Nase fangen erfahrungsgemäß zuerst an zu frieren. Zudem sind ein paar gut Stiefel wichtig. Die Stiefel sollten sehr gut isoliert sein, da aber durch den ständigen Kontakt mit dem kalten Boden viel Wärme verloren geht, sollte man noch Einlegesohlen verwenden.
Zu beachten ist auch, dass man in die Schuhen auch mit  2 -3 paar Socken kommt.

Zum Schutz der Finger tragen einige Amateure dünne Fingerhandschuhe und ziehen dicke Fausthandschuhe darüber. Bei Bedarf werden die Fausthandschuhe einfach ausgezogen.

Zum Schutz der Nase und des Gesichts kann man eine Skimaske verwenden. Nehmen Sie nur Skimasken mit einem Loch für den Mund, sonst kriecht die feuchte Atemluft aus den Augenlöchern der Skimaske heraus und beschlägt das Okular.

PS: Nicht alle Kleidungsstücke sind für die Sommernächte gedacht, hier soll nur eine Aufgezeigt werden, das man eine Gewisse Vorbereitung und Sorgfalt walten
lassen sollte.


Alkohol und Nikotin sollte man vermeiden, da der Blutkreislauf in den Extremitäten behindert wird. Außerdem reduziert der Alkohol die Fähigkeit schwache Lichteindrücke sehen zu können.

Vor der Beobachtung sollte man ein gutes Essen zu sich nehmen, dann halten Sie es nachher länger im Kalten aus. Kohlenhydrate steigern den Blutzuckerspiegel. Dadurch kann Ihr Körper mehr Wärme produzieren. Auch heißer Tee oder ein anderes süßes Getränk tragen zu Wärmeproduktion bei. Ein Grund von Erkältungen und Kopfschmerzen im Winter ist Dehydration (Austrocknung). Beim Einatmen trockener Luft verliert man viel Wasser, da Kälte den Durst hemmt, trinkt man auch nicht genug. Wenn das Wasser im Körper knapp wird, versucht er Wasser zu sparen, indem er die Zirkulation in den Extremitäten reduziert. Dadurch frieren die Hände und Füße leichter. Trinken Sie also viel Wasser o.ä. bevor Sie beobachten gehen.

Wenn man einmal zu frieren angefangen hat, dann ist es ohne eine externe Wärmequelle sehr schwierig wieder warm zu werden. Ein warmer Platz oder ein  paar gymnastische Übungen sollten hier abhelfen. Ein gesunder Kreislauf verteilt die dabei entstehende Wärme über den ganzen Körper. Der Körper älterer und sehr
schlanker Menschen produziert weniger Wärme, daher frieren diese Personen leichter. Kräftige, sportliche Übungen steigern den Metabolismus noch bis zu sechs
Stunden lang.


Sicherheit


Kälte kann tödlich sein! Wenn man im Winter von einem entfernten und einsamen Platz aus beobachten, sollte man daran denken, was passieren kann, Wenn Ihr Auto nicht anspringt oder man einen Unfall (Bein verstaucht etc.) hat. Habt Ihr jemanden gesagt, wo man Euch finden kann, wenn Ihr bis zum Frühstück noch nicht zu Hause seid?

Autobatterien verlieren bei Kälte an Leistung. Auch wenn man  unter normalen Bedingungen seine Ausrüstung damit betreibt und hinterher immer noch genügend Power für den Anlasser aufbringt, so sollte man dies nie bei extremer Kälte versuchen. Im Zweifelsfall lassen Sie lieber Ihren Automotor für zehn Minuten pro Stunde laufen. Besser ist es seine Ausrüstung mit einer separaten 12-Volt Batterie zu betreiben.

Wenn man ein Handy besitzt, dann ist es eine gute Idee, wenn man es bei  nächtlichen Beobachtungstouren stets aufgeladen dabei hat. Erstens können man damit
im Notfall schnell Hilfe herbei Telefonieren bzw. ist man damit für Angehörigen erreichbar, falls diese sich Sorgen machen sollten.